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Ueli Steck holt sich den „Oscar der Alpinisten“ Piolet d’Or 2014

Der Schweizer Alpinist und Mountain Hardwear-Athlet Ueli Steck erhielt für seine Solobesteigung der Annapurna-Südwand (8091 Meter) den prestigeträchtigen Piolets-d’Or-Preis. Unter die Preisträger gesellten sich das kanadische Duo Ian Welsted und Raphael Salwinsky, die für ihre erfolgreiche Erstbesteigung an der Nordwestwand des K6 in Pakistan (7040 Meter) ausgezeichnet wurden.

Zur Jury zählten Alpinisten, Autoren und Journalisten, die sich in folgendem Punkt einig waren: Durch seine Solobesteigung setzte sich Ueli Steck einem großen Risiko aus. Indem er nur nachts kletterte reduzierte er potentielle Gefahrenquellen, wie herabstürzende Gesteinsbrocken, auf ein Minimum. Obwohl er nicht wusste was ihn nach 6500 Metern erwarten würde, vollendete er die schwierige Route in Rekordzeit. In nur 28 Stunden bestieg der Alpinist die Nordwestwand des K6, die vor ihm 1992 Pierre Béghin und Jean-Christophe Lafalle eröffnet hatten. Während dieser musste sich Steck auf das Wesentliche konzentrieren, denn er wusste, dass ein falscher Schritt seinen sicheren Tod bedeuten würde. Durch seine Solo-Erstbegehung in Rekordzeit repräsentiert Steck die Evolution des Bergsteigens und überzeugte damit die Jury.

Ueli Steck
Obwohl dieses Projekt ein Meilenstein in der Geschichte des Alpinismus darstellt, gab es eine Menge Kontroversen. Den Moment am Gipfel konnte Steck nicht offiziell nachweisen, da er keine Kamera bei sich hatte. Daher war er nicht in der Lage, irgendwelche Beweise des Aufstiegs in Form von Bildern zu präsentieren. Mit der Übergabe des Piolet d’Or, zeigte sich die alpine Gemeinde von Stecks Aufstieg überzeugt.

Über Piolets d’Or
Bekannt als der „Oscar der Bergsteiger“ findet jährlich die Vergabe des Piolets d’Or (franz.: Goldener Eispickel) statt, bei dem die besten Besteigungen des Vorjahres geehrt werden. Die Verleihung findet seit 1991 von der französischen Zeitschrift Montagne Magazine in Kooperation mit dem französischen Extremalpinistenverband Groupe de Haute Montagne statt. Dieses Jahr fand die Preisverleihung vom 26. bis 29. März in Chamonix und Courmayeur statt. Ueli Steck erhielt bereits eine Piolet d’Or im Jahr 2009 zusammen mit Simon Anthamatten für ihre Erstbegehung im Alpinstil der Nordwand des Tengkampoche (6500 Meter) in Nepal.

Ueli Steck-Kollektion – Sommer 2014


Apparel

Nilas Jacket
Die Nilas Jacket überzeugt diese Saison mit einer verbesserten Isolierung durch Q.Shield Down. Diese neue Daunen-Technologie ermöglicht, dass die einzelnen Daunen trocken und ihre Struktur und Isolationsfähigkeiten erhalten bleiben. AirShieldTM Elite 15D Ripstop und 850er Daune machen die Jacke zudem extrem leicht. Feature: per Einhand verstellbarer Tunnelzug im Saum und Kapuze.

Nilas Bib-Pant
Diese technische Bib ist warm, leicht und winddicht und war Ueli Stecks Begleiter bei seinem Rekord Aufstieg der Annapurna-Südwand. Entwickelt von und für Speed-Kletterer Ueli Steck, bietet die Nilas-Bib eine wasserabweisende Füllung aus 850er Q.Shield-Daune, die ihre Isolationseigenschaften dauerhaft behält, auch wenn die Umgebung nass ist. Dank AirShieldTM Elite ist diese Bib zudem vollkommen winddicht.

Equipment:

SummitRocket 30 Rucksack
Entwickelt in Zusammenarbeit mit Speedkletterer Ueli Steck präsentiert MHW den minimalistischen, multifunktionalen und effektiven Rucksack SummitRocket 30. Das schmal geschnittene Leichtgewicht (440 Gramm) ist als 30- oder 40-Liter Version erhältlich. Durch abnehmbare Komponenten, wie Rückeneinsatz, Schaumstoffpolsterung im Rücken, Hüftgurt und Kompressionsriemen lässt sich das Gewicht weiter reduzieren.

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Mtn Speed 32
Der MTN Speed 32 ist ein minimalistischer Schlafsack entwickelt von und für Speedbergsteiger Ueli Steck. Mit nur 446 Gramm ist er der leichteste Daunenschlafsack (Fillpower: 850 Q.Shield Down), den MHW je vorgestellt hat. Mit der reduzierten Ausstattung, schmalem Schnitt und halber Reißverschlusslänge ist er speziell für Höhenbergsteiger konzipiert. In Kombination mit den Daunenjacken und -hosen wird die Komfort-Temperatur deutlich erhöht.

Tangent 2
Tangent 2 ist eines der leichtesten Drei-Jahreszeiten-Zelte von Mountain Hardwear. Trotz des leichten Gewichts hält es starken Winden sowie hoher Schneelast dank der „Trident Corner“ problemlos stand. Diese Konstruktion verteilt Lasten auf 12 Abspannpunkte an den Ecken anstatt nur auf vier. Der Clou: Eine flexible dritte Stange biegt sich bei starkem Wind mit, damit das Zelt auch bei extremen Bedingungen seine Form behält. Zudem verstärkt das gekürzte Quergestänge die Struktur des Zelts ohne Zusatzgewicht zu verursachen.

[via Pressemeldung]

Montane sponsert Polarexpertin Birgit Lutz

Manch einer bekommt schon beim Gedanken daran eine Gänsehaut: arktische Kälte, Wind, Schnee, Eis. Nicht Birgit Lutz. Die einzige Deutsche, die zehn Mal am Nordpol war, hat sich in die polare Landschaft verliebt, ist vom Virus der Arktis infiziert. Mit Ski und Pulka, auf Schiffen und mit Hubschraubern bereist sie die Artkis, so oft es geht. Dafür nimmt sie schwere körperliche Belastungen in Kauf, zieht wochenlang ihren mehr als 70 Kilogramm schweren Schlitten durch Sturm, über Sastrugis und wassergefüllte Eisspalten. Sie isst mit Handschuhen, schläft mit Mütze.

Montane freut sich, die Polarexpertin aus Schliersee bei ihren kommenden Unternehmungen unterstützen zu können. Los geht es damit im Mai 2013: Birgit startet mit zwei Partnern zu einer Durchquerung Grönlands von West nach Ost auf Ski.

Wo ich hingehe, da sind nicht viele Menschen und Frauen noch viel weniger. Es ist eiskalt, es ist ungemütlich, es ist lebensgefährlich. Es ist wunderschön.

sagt Birgit Lutz, die einzige deutsche Frau, die schon zehn mal am Nordpol war.

Pressemeldung lesen | Montane

Willis wilde Wege – Von München nach Venedig

Willi Weitzel, der bekannte Reporter aus „Willi wills wissen“, tourt ab Ende Mai mit seinem brandneuen Abenteuer-Vortrag Willis wilde Wege durch sechs große Städte Deutschlands. Willi nimmt die Zuschauer mit auf eine abenteuerliche Reise: sie führt quer durch Äthiopien, über die Alpen, auf den Mont Blanc, bis nach Bethlehem und sogar per Anhalter ins Paradies – das alles untermalt und aufgebrochen mit gewohnt willihaften Erklärstücken.

Willis wilde Wege ist ein Event für die gesamte Familie und macht nicht nur Spaß, sondern auch schlau – so sorgen Projektgruppen von lokalen Museen (z.B. das Erich Kästner Museum, das MACHmit! Museum Berlin,…) und Kinderinitiativen (z.B. Unicef, UN Dekade biologische Vielfalt, Initiative für junge Forscher, etc.) für das Rahmenprogramm für junge Entdecker. Plakat als pdf Download

Termine im Überblick

  • Fr, 31. Mai, HAMBURG, Kleine Laeiszhalle, 18 Uhr
  • Sa, 01. Juni, DRESDEN, Neues Rundkino, 16 Uhr
  • So, 02. Juni, BERLIN, Urania, 16 Uhr
  • Fr, 07. Juni, KÖLN, Sartory Säle,18 Uhr
  • Sa, 08. Juni, FRANKFURT, Goethe Universität, 16 Uhr
  • So, 09. Juni, MÜNCHEN, Muffathalle, 13 Uhr & 17 Uhr

Alle Infos zu Terminen und Tickets findet Ihr unter: williswildewege.de

Achtung!

Wir verlosen 2×2 Eintrittskarten für die Frankfurt Vorstellung.

Bitte beantworte bis 30. April 2013 folgende Fragen:

– Wie hoch ist der Mont Blanc?

– In welchem Land steht der Mont Blanc?

– Woher hat der Mont Blanc seinen Namen?

Antwort E-Mail an: redaktion@soap-box-derby.de

Alle richtigen Antworten nehmen am Gewinnspiel teil. Das Gewinnspiel startet am 05.04.2013 und endet am 30.04.2013. Am Ende des Gewinnspiels werden die richtigen Antworten (random.org) ausgelost und die Gewinner ermittelt. Die glücklichen Gewinner werden ab dem 02.05.2013 per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Neue Touren in Indien: Interview mit Kletter-Globetrotter Gerhard Schaar

Er war wieder unterwegs: unlängst kehrte AustriAlpin-Athlet und Kletter-Weltreisender Gerhard Schaar, der bereits auf der ganzen Welt neue Klettergebiete erschlossen hat, mit Freundin Ines Peschel von einer Indien-Expedition zurück. Im nordindischen Miyar Valley gelangen den beiden sieben Begehungen, davon drei Erstbesteigungen von Gipfeln, zwei neue Routen und zwei erste Wiederholungen. Den höchsten ihrer neu erschlossenen Gipfel (ca. 5.900m) benannten die beiden nach einem ganz großen persönlichen Vorbild: „Kurt Albert Peak“.

Im Interview erläutert Gerhard, was das Besondere an seiner Expedition ins Miyar Valley war und welche Abenteuer die zwei dabei bestehen mussten:

Lieber Gerhard, Du bist unlängst mit deiner Freundin Ines aus Indien zurückgekehrt, wo Ihr diverse Erstbesteigungen und Wiederholungen gemacht habt. Wie war’s?

Es war eine sehr schöne, für uns erfolgreiche Expedition. Wir hatten großes Wetterglück, blieben immer gesund und konnten alle unsere vorgenommenen Ziele umsetzen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei meinen Sponsoren, wie AustriAlpin, bedanken, durch die diese Reise erst möglich wurde.

Uns ging es ja immer um ein Gemeinschaftserlebnis – als Paar das Beste geben und Abenteuer bestehen. Ines und ich wollten ein oder zwei Linien angehen und schauen, ob sie uns gelingen würden. Letztlich wurden daraus sieben.

Was unterscheidet das Klettern (Bergsteigen) in Indien vom Klettern in unseren Breitengeraden?

Oje, wo soll man da anfangen. Es ist eben Indien! Wer schon mal dort war, weiß, wovon ich spreche. Dieses Land ist einfach so anders, von der Religion, seiner vielen Völker, der Kluft zwischen Arm und Reich, seiner Überbevölkerung und recht eigenwilligen Art, sich Fremden zu nähern. „Hello my friend!“, verstehst du!?

Im Bezug auf das Bergsteigen und Klettern beginnt der Unterschied natürlich beim Breitengrad. Das Miyar Valley z.B. liegt ungefähr auf der Höhe von Tunesien. Da kann es bei schönem Wetter auf 5.000m sehr warm sein.

Dann kommt die Erreichbarkeit als nächster markanter Unterschied. Ist in den Alpen fast jeder Winkel erschlossen, ist alleine die Anfahrt ins Miyar Valley schon eine kleine Expedition bei den schlechten Strassen. Wir haben für ca. 350 km vier Tage gebraucht, mussten schließlich mit Pferden unser gesamtes Expeditionsgepäck an einem Erdrutsch vorbei transportieren. Und dann marschierst du von der letzten Straße drei Tage ins Base Camp. Darum bleibt man bleibt natürlich auch länger an einem Ort. Wer würde beispielsweise schon einen Monat im Bergell am selben Fleck bleiben?

Beim Klettern selbst kannst Du dich nur auf Fotos verlassen. Kein Topo, Du musst eben sehen, was Du rein mit deinen erworbenen Fähigkeiten erreichen kannst. Das beginnt bei der Routen- und Linienauswahl, was traut man sich zu, wie schätzt man die Verhältnisse ein? Dann das Einrichten eines vorgeschobenen Lagers, das Warten unter der Wand und natürlich die Wahl der Route. Wo soll es lang gehen? Wie sichern wir uns ab?

Warum habt Ihr Euch ausgerechnet das Miyar Valley ausgesucht?

Der Zugang ist relativ einfach und kurz. Wenn alles passen würde, könnte man von Delhi innerhalb von zwei Tagen ins Tal kommen und mit dem Trek ins Basecamp beginnen.

Entscheidend war für unser Expeditionsziel auch, dass die Region viele potenzielle Kletterziele für uns haben musste. Für das Miyar Valley konnten wir sehr aufschlussreiche Expeditionsberichte finden, die uns ganz einfach den Mund wässrig gemacht haben. Die Höhe der Gipfel, die überwiegend im Fels verlaufenenden möglichen Erstbegehungen und die Landschaft haben dann schnell den Ausschlag zugunsten des Miyar Valley gegeben.

Ihr seid auf drei komplett neue Gipfel gestiegen. Den höchsten davon wollt Ihr Kurt Albert Peak nennen. Was ist Deine Verbindung zu Kurt Albert?

Kurt Albert war ein bedeutsamer Kletterer. Die Erfindung des Rotpunkt ist ein so wesentlicher Bestandteil unserer heutigen Kletterphilosophie auf der ganzen Welt – er geht auf Albert zurück. Mich persönlich hat er mit seinem Entdeckergeist, seiner Reiselust und seiner Motivation, immer wieder einen neuen Zugang zum Klettern zu finden, ganz stark beeinflusst.

In meinen Augen ging es Albert irgendwann gar nicht mehr um Schwierigkeitsgrade; es ging rein um die Tiefe des Erlebten bei verschiedensten Unternehmungen. Ob Alpen, Grönland oder Patagonien, er hat seinen Zugang immer wieder neu definiert, und darin sehe ich eine große persönliche Parallele.

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Seid Ihr in den vier Wochen im Miyar Valley auch in brenzlige Situationen gekommen?

Natürlich, es gab sehr viel Steinschlag. Einmal haben wir in der Nacht gemerkt, dass große Steine ganz nahe an unser Zelt gekommen sind. Am nächsten Tag war sofort ein Umzug angesagt! Dann ist mir beim Vorstieg auch zweimal eine Schuppe ausgebrochen..

Aber die brenzligste von allen Situationen haben wir genau beim Abstieg von unserem letzten Gipfel, dem 5650m hohen Korklum Gou erlebt. Wir sind da in einen Schneesturm geraten mit gleichzeitig extrem starker statischer Aufladung. Nach einer halben Stunde Abseilen vom Gipfel waren wir schon ordentlich nass und uns wurde empfindlich kalt. Dann begann es auch noch plötzlich, um unsere Köpfe zu „surren“ und wir mussten so schnell wie möglich von diesem Grat runter. Ohne Gefühl in den Fingern seilten wir weiter ab, richteten so gut es eben ging Abseilstände ein. Wären wir nicht so eingespielt gewesen, und hätten bei unserer Vorbereitung unser Abseilsystem nicht immer und immer wieder geübt, hätte es bitter für uns ausgehen können…

Was steht als nächstes auf Eurer ToDo-Liste?

Ines ist wieder in Ihrem Doktorprogramm eingestiegen und zurück bei Ihren Proteinen (Gerhard lacht!), für mich sind im Moment Höhenarbeiten und Kletterwandbau angesagt. Denn im nächsten Jahr möchte ich mit einem neuen Bus in den Alpen einige Ziele verwirklichen. Besonders in meiner Heimat, den Hohen Tauern würde ich gerne einige Neuerschließungen umsetzen. Dann arbeite ich auch noch fleißig an einem Maltatal Kletterführer, und dem Aufbau des Klettershops „Rockstore“, der ja bereits einen Kletterhallen Shop in „THE ROCK“ in Kärnten hat.

Miyar Valley Begehungen von Ines und Gerhard:

Routen und Berg-Erstbesteigungen:

  • „Never ending story“, 1.000m, 5.9, „Kurt Albert Peak“ ca. 5.900m
  • „South Face“, 500m, 5.9 R, Gutzele Peak ca. 5.300m
  • „Gou Gou Ridge“, 450m, 5.8, „Gou Gou Peak“, ca. 5.200m
  • Erstbegehungen von Routen:
  • „Four seasons in one day“, 600m, 5.11a, R, „Iris Peak“ ca. 5.300m
  • „Best of both sides“, 350m, 5.9, „Torro Peak“ ca. 5.200m
  • Erste Wiederholungen:
  • „Trident Ridge“, 700m, 5.9 R, „Premsingh Peak“ ca. 5.350m (1.Beg. A. u. T. Grmovsek)
  • „Shangrila Ridge“, 650m, 5.10d, R, „Korklum Gou“ ca. 5.650m (1.Beg. A. u. T. Grmovsek)

Interview mit Gerlinde Kaltenbrunner

Gerlinde spricht über den Everest und ihre nächsten Ziele und verrät, was Bergsteigen mit dem Leben zu tun hat

Liebe Gerlinde, wie wird man „Bergsteigerin“? War das ein Kindheitstraum?

Mein Kindheitstraum war es nicht. In den Bergen war ich aber schon sehr bald unterwegs.
Nach meiner ersten Achttausenderexpedition haben mich mitunter die ganz hohen Berge nicht mehr los gelassen. 2002 nach der Besteigung des Manaslu habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, irgendwann Profibergsteigerin werden zu wollen.

Du hast 12 von 14 8.000ern bestiegen, darüber hinaus viele andere schwierige Routen erklettert. Was zieht Dich immer wieder hinauf, trotz Gefahren?

Bergsteigen ist meine ganz große Leidenschaft. Die Begeisterung für die Berge habe ich schon von Klein auf in mir und wurde im Laufe der Jahre immer stärker…
Das eine sind die großen Strapazen, die Gefahr, die Entbehrungen. Gegenüber stehen jedoch so unglaublich schöne, intensive Momente, aus denen ich sehr viel Kraft schöpfe. Diese Momente sind es, die ich in mir trage und die mich immer wieder zu den hohen Bergen zurückziehen.

Gab es Zeiten in deiner Bergsteiger-Karriere, in denen Du am liebsten alles hingeschmissen hättest?

Nein, nie.

Welcher Gipfel ist Dein nächstes Ziel und wann geht es los?

Mein Mann Ralf und ich starten am 30. März nach Kathmandu. Anschließend geht es über die chinesische Grenze nach Xangmu und von dort zur Nordseite des Everest.
Das Supercouloir, welches sich aus dem Japaner und Hornbein Couloir in der Nordwand zusammen setzt ist eine wunderschöne direkte Linie bis zum Gipfel. 2005 wollten wir diese Route bereits versuchen, damals hatten die Verhältnisse gar nicht gepasst. Heuer probieren wir es erneut und hoffen natürlich, dass es klappen wird.

Everest Nordwand mit Routenverlauf, Foto: Ralf Dujmovits - amical.de

Everest Nordwand mit Routenverlauf - Foto: Ralf Dujmovits - amical.de

Was hat Dich das Bergsteigen über das Leben gelehrt? Mit anderen Worten: welche Erkenntnisse oder Stärken erwirbt man dabei, die man auch im „normalen Leben“ anwenden kann?

Durchhaltevermögen, Geduld, Disziplin, Willensstärke, Entscheidungsfähigkeit, gutes Einschätzungsvermögen bei sich selbst, den Teamkollegen und der Umstände am Berg, Grenzen erkennen… eine ganze Menge also!

Was unterscheidet einen weiblichen Bergsteiger von einem männlichen?

Aus eigener Erfahrung hören Frauen mehr auf ihren Körper, gehen oft sensibler mit Warnsignalen um und entscheiden dadurch oft anders.

Bergsteigen ist traditionell ein klassischer „Männersport“. Findest Du es manchmal schwer, von Deinen männlichen Kollegen akzeptiert zu werden?

Lange war das kein Thema für mich. Im Rückblick kann man schon sagen, dass ich lange Zeit nicht wahrgenommen wurde. Am Nanga Parbat hatte eine kasachische Gruppe ein Problem damit, dass ich eine Frau bin. Ich wollte mithelfen beim Spuren, doch die Kasachen akzeptierten das nicht. Da bin ich einfach aus der Spur getreten, habe mich vor den Kasachen wieder eingereiht und habe dann die Spur getreten.
Heute werde ich voll akzeptiert.

Was tust Du in Deiner Freizeit am liebsten?

Ich lese sehr gerne, wir gehen öfter ins Kabarett oder in ein Konzert ins nahe gelegene Festspielhaus Baden-Baden…..

2009 - Beim Anmarsch zum Lhotse - Foto: David Göttler

2009 - Beim Anmarsch zum Lhotse - Foto: David Göttler

Gerlinde, Du engagierst Dich stark für die Nepalhilfe. Was braucht Nepal am dringendsten und wie können wir Europäer das Land unterstützen?

In Form von Bildung können wir dem Land sehr viel geben. Schon seit langer Zeit arbeiten mein Mann Ralf Dujmovits und ich mit der Nepalhilfe Beilngries zusammen. Zum Beispiel unterstützen wir den Bau von Schulen. Zusammen mit der Nepalhilfe konnten wir so letztes Jahr im Mai eine große Schule in Thulosirobari eröffnen, einem kleinen Dorf etwa 3-4 Autostunden nordöstlich von Kathmandu entfernt.

Was kommt nach den ganzen 8.000ern? Hast Du Dir darüber schon Gedanken gemacht?

Im Moment konzentriere ich mich nur auf mein nächstes großes Ziel, die Everest Nordwand. Wenn bei dieser Expedition alles gut läuft, lege ich meinen Focus auf den K2.
Es muss immer alles perfekt zusammenpassen, um gut rauf und vor allem wieder runter zu kommen.

Und danach: Es gibt weltweit noch so viele Ziele, die Ralf und mich reizen … zum Beispiel eine Expedition zum Südpol, die vielen noch unbestiegenen Sechs- oder Siebentausender, oder auch noch einmal zum Nanga Parbat auf einer anderen Route…..

Liebe Gerlinde, wir danken für das Gespräch und drücken die Daumen für die Everest Nordwand.

Weitere Informationen:

K2 2009, Zum Teil Blankeis mit dünner Schneeauflage, Foto: D.Göttler

K2 - 2009 - Zum Teil Blankeis mit dünner Schneeauflage - Foto: David Göttler

Interview mit Fotograf Hermann Erber

Hermann, Dein spektakuläres Foto von Albert Leichtfried und Markus Bendler neben einem kollabierenden Eisfall in Japan ging um die Welt. Wie war die Situation für Dich, was ging Dir in diesem Moment durch den Kopf?
In so einem Moment bleibt keine Zeit zum Denken, da alles so schnell geht. Durch die Entfernung verzögert sich auch das Donnern. Es wirkte daher eher surreal. Erst wenn alles vorbei ist, registriert man was passiert ist bzw. was passieren hätte können – und dann kommt der Adrenalinschub.

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Wie wird man Outdoor-Fotograf? War das schon immer Dein Wunsch?
Kamera mitnehmen und sich von ihr leiten lassen ist wohl das Beste, was man tun kann. Mein Wunsch? Nein, war es nicht, ich habe einfach das gemacht, was mir gefallen hat und das war eben draußen sein, Klettern und Bergsteigen.Weiterlesen