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Glamping: Outdoor-Erlebnisse mit allem Komfort

Komfortables Outdoor liegt im Trend – viele Marken präsentieren Neuentwicklungen auf der OutDoor 2015 – Ist Camping noch Outdoor?

Friedrichshafen – Camping boomt. Neben dem Tourismus in Südeuropa gilt dies zunehmend auch für Deutschland. 2014 verzeichneten die Campingplätze der Bundesrepublik 27,88 Millionen Übernachtungen (2013: 26 Millionen). Auf der Fachmesse OutDoor in Friedrichshafen (15. bis 18. Juli 2015) führen etliche Hersteller Campingprodukte, während andere mit dem Begriff hadern. Dabei kann es sogar einen Schritt weiter gehen. Glamping verspricht Camping mit Komfort und Stil.

Glamping: Outdoor-Erlebnisse mit allem Komfort

Camping, das stand früher für Isomatten, nasse Zelte bei Regenwetter und Essen aus der Dose, aber auch für Flexibilität und günstigen Familienurlaub. In den letzten Jahren geht der Trend zu mehr: Zunehmend werden die Zelte nicht nur größer und schwerer, sondern auch immer luxuriöser. Als die ersten Familienzelte mit Stehhöhe auf den Markt kamen, war das schon Komfort pur: Man konnte ins Zelt gehen statt hineinzukriechen. Viele Familienzelte passten zur Not noch in einen Radanhänger, zumindest aber sicher in den Kofferraum.

In manchen Kreisen gilt diese Art von herkömmlichem Camping inzwischen als veraltet. Glamping ist jetzt angesagt, eine Abkürzung für „glamorous camping“. Glamping ist die üppige Spitze des allgemeinen Campingbooms. Egal ob in Deutschland, den Niederlanden, in England, Italien oder vielen anderen europäischen Ländern, Camping erreicht gerade neue Beliebtheitshöhen als „Outdoor ohne Schweiß, dafür aber mit viel Genuss. Wir beobachten eine Diversifizierung des Outdoor-Marktes“, sagt etwa Lars-Ola Brolinson, CEO von Primus.

Die Ausrüstung für Glamping passt längst nicht mehr in den Kofferraum. Dafür braucht es einen Kleintransporter. Ein Hamburger Reiseanbieter bewirbt Glamping so: „Machen Sie Glamping statt herkömmliches Camping und entspannen Sie umgeben von Natur komfortabel in Unterkünften mit richtigen Betten, Steckdosen, Küchenzellen und Kühlschrank – ja, auch im Zelt.“ Der dänische Outdoor-Ausrüster Nordisk hat mit den Cotton Tents eigene Zelte für Glamping aufgelegt und stellt diese auch in der Zeltausstellung während der OutDoor in Friedrichshafen aus. Das „Vanaheim“ bezeichnet Nordisk nicht von ungefähr als „das mit Abstand aristokratischste Zelt“: 40 Quadratmeter mit vier Schlafkabinen und satten 58,5 Kilo Gewicht.

Hersteller Primus, für rucksacktaugliche und in jeder Extremsituation verlässliche Kocher bekannt, präsentiert am Bodensee eine völlig neue Produktlinie: „Campfire“. Wie anders die Linie ist, beschreibt Lars-Ola Brolinson: „Unsere bisherigen Kocher nimmt man mit, weil sie verlässliche Partner sind und weil man sie braucht. Die Campfire-Produkte sind dagegen der eigentliche Anlass für die Tour.“ Und der heißt: Eine vollständige Mahlzeit zubereiten und stilecht essen zu können – und zwar draußen. „Der soziale und kulinarische Aspekt des Kochens in der freien Natur stehen im Fokus.“ Mit der Neuentwicklung will Primus die Lücke zwischen dem Luxusgrill im heimischen Garten und dem Outdoor-Kocher schließen. Wertigkeit, Komfort und Outdoor-Emotionalität schlössen sich nicht aus, so der skandinavische Hersteller.

Primus steht damit nicht allein. Auch andere Trekkingmarken öffnen ihre Sortimente für ein neues Outdoor-Verhalten. Der Erfinder des teleskopierbaren Trekkingstockes, Leki, bietet dieses Jahr erstmals im Handel mit dem ‚Breeze‘ und dem ‚Chiller‘ zwei Campingsitze zum Zusammenstecken an. „Wir haben damit auf Anfragen aus dem Handel reagiert“, beschreibt Marketingmanagerin Heidi Kreusel einen Teil der Motivation für diese Sortimentserweiterung. Gleichzeitig könne man mit Trekkingstühlen die Sommersaison stärken, so Kreusel. Andere Hersteller wie Stanley oder Coleman sind schon traditionell mit Camping verbunden. Mit Stühlen, Tischen, Kühlboxen, Kocher und einem Schutz vor UV-Strahlung und überraschendem Regen wird Camping zu einem fröhlichen Event in freier Natur.

outdoor-messe-glamping

Ganz unumstritten ist Glamping bei den Outdoor-Firmen jedoch nicht. Mancher sieht es nicht als Trend, da es zu schwer, zu statisch und zu unflexibel sei. „Generell sehen wir Glamping eher als medialen Trend, nicht so sehr am Markt und auch nicht wirklich spürbar“, beschreibt Pressesprecher Benedikt Tröster vom Unternehmen Vaude die Entwicklung und bringt Camping vielmehr in Verbindung mit Familienurlaub wofür sie auch Zelte im Programm haben. „Camping ist für uns nicht relevant“ heißt es von einigen großen Outdoormarken. Sie befürchten eine Verwässerung des Outdoorbegriffs. Camping wird hier höchstens als Family-Outdoor oder „Basecamp“ für einen Kletteraufenthalt toleriert.

Die OutDoor 2015 ist von Mittwoch, 15. Juli bis Samstag, 18. Juli nur für den Fachhandel geöffnet (Mittwoch bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 17 Uhr).

Alle wichtigen Informationen zur OutDoor mit Ausstellerverzeichnis, Veranstaltungen und Tipps zur Anreise gibt es zum Gratis-Download unter: www.outdoor-show.com.

[via Pressemeldung Messe Friedrichshafen GmbH, Fotos Messe Friedrichshafen GmbH ]

Von Heuschnupfen geplagte Sportler

Trotz Heuschnupfen weiter trainieren? Viele sind davon betroffen und jedes Jahr ums neue werden in Deutschland immer mehr Menschen von einem Heuschnupfen heimgesucht. Ich gehöre leider, trotz Sensibilisierung auch zu diesem Personenkreis und wünsch mir manchmal einfach nur noch Regen… Für Interessierte gibt es bei achim-achilles.de einen sehr guten Artikel darüber ob Läufer trotz Heuschnupfen ihr Training fortsetzten sollten. Fragen wie: „Was sollten Läufer mit Heuschnupfen beachten?“ oder „Wann sollten Allergiker nicht trainieren?“ werden dort beantwortet. Mehr Infos zu Heuschnupfen findet ihr bei Wikipedia. Aktuelle Pollenvorhersage.

A Mountain Equipment Microadventure

Bei Mountain Equipment steht der Juni 2015 ganz im Zeichen des Biwakierens. „WildNight“ heißt die große, internationale Sommer-Kampagne des Schlafsack Spezialisten.

Zusammen mit über 100 Sportfachhändlern in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz ruft Mountain Equipment dazu auf, einfach mal draußen zu schlafen und sich sein eigenes sogenanntes Microadventure zu machen, denn das Abenteuer beginnt schon direkt vor der Haustür. Wer keinen passenden Schlafsack für eine Nacht unter freiem Himmel hat, kann sich bei einem teilnehmenden Händler kostenlos einen Kunstfaser-Schlafsack leihen. Die Kampagne läuft im gesamten Juni 2015 parallel zur Einführung der neuen Kunstfaserschlafsack-Serie Aurora.

Das Prinzip ist ganz einfach, lasst um 18 Uhr im Büro Euren Stift fallen, fahrt den Rechner runter, schnappt Euch Eure Freunde, Partner, Familie oder Kollegen, packt Euer Biwak Equipment und schlaft heute Nacht mal draußen – ohne Zelt.

Macht Euch Euer eigenes WildNight Microadventure, wo und wann immer ihr wollt. Einfach raus aus der Stadt, egal, ob zu Fuß, mit dem Auto, dem Zug oder mit dem Fahrrad. Mit wenigen Mitteln kann jeder ein Abenteuer direkt vor der Haustür erleben, egal, ob im Elbsandstein, im Sauerland, im Karwendel, im Altmühltal oder am Rhein, an der Weser oder in der Lüneburger Heide.

Wer keinen Schlafsack für ein Abenteuer im „1-Millionen-Sterne-Hotel“ hat, der kann sich im Juni bei einem von über 100 Händlern in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz kostenlos einen neuen Kunstfaser-Schlafsack (Aurora oder Starlight Serie) leihen. Und wer im Juni ein Foto von seiner WildNight auf der Mountain Equipment facebook-Seite postet, bekommt als Dankeschön ein T-Shirt. Die Bilder mit den meisten Likes werden zusätzlich am Ende des Monats mit einem neuen Mountain Equipment Kunstfaser-Schlafsack belohnt.

Also, worauf wartet ihr noch? Raus mit Euch!
Mehr Informationen sowie alle teilnehmenden Händler und viele Tipps und Tricks rund ums Thema Biwakieren findet ihr in Kürze hier: www.mountain-equipment.de

Paddel- oder Kajaktour auf der Lahn

Immer wieder Erlebnisreich ist eine Kajaktour oder Paddeltour auf der Lahn. Dieser ca. 245 km lange Nebenfluss des Rheins ist vor allem zwischen Gießen und Lahnstein bekannt für entspannte Kanutouren. Aus einer anderen, ungewohnten Perspektive lässt sich die unberührte Natur entlang des Flusses genießen. Vorbei an kulturellen Sehenswürdigkeiten wie z.B.  Wetzlarer Dom, Braunfels, Limburger Dom, Kloster Arnstein oder dem Weilburger Schiffstunnel, mit 195m Länge einmalig in Deutschland. Ob alleine, mit der Familie oder in geselliger Gruppe sind Ein- oder Mehrtagestouren durch die vielen Ein- und Ausstiege kein Problem. Pensionen und Campingplätze ermöglichen auch ein spontanes Übernachten. Eigene Ausrüstung, also ein entsprechendes Kajak, Kanu auch Canadier genannt ist nicht notwendig, da es entlang des Flusses ausreichend Verleihstationen gibt. Mit Mietpreisen um die 20 EUR pro Person und Tag ist dies eine durchaus erschwingliche und nicht alltägliche Freizeitgestaltung die lange in Erinnerung bleiben wird. Wer häufiger mit dem Kajak unterwegs ist oder gar in Gruppen sollte über den Kauf eines Kajaks oder Kanus nachdenken.

Durch die Nähe zum Rhein-Main Gebiet zählt die Lahn Region zu einem attraktiven Ausflugsziel und lädt zur aktiven Freizeitgestaltung ein. Alternativen zur Paddeltour sind z.B. der Lahntal-Radweg oder eine Teilstrecke des Jakobsweges von Wetzlar nach Lahnstein.

Ausrüstungsempfehlung: Wir haben durchweg positive Erfahrungen mit  Kajaks von Prijon gemacht. Die Kajaks haben eine sehr gute Grundstabilität, sind kippstabil und robust. Der Wechsel von einem eher gemächlichen Kanu hin zu einem Prijon Kajak, auch auf einem ruhigen Fluss wie der Lahn kann durchaus ein sehr bereicherndes Erlebnis sein.

Weitere Informationen über das Lahntal sind hier zu finden: http://de-de.daslahntal.de/

Meine Wanderung durch den Nationalpark Hohe Tauern

Wasser und Berge – Pures Glück in Osttirol

Zugegeben, es ist durchaus reizvoll, sich im Hotel zu entspannen, sich im Wellness-Bereich verwöhnen zu lassen und ein paar Sehenswürdigkeiten bequem vom Auto aus fotografieren. Aber Urlaub ist das nicht. Ich möchte Land und Leute hautnah erleben, deshalb ist eine Trekking-Tour für mich die genau das richtige. Dieses Jahr erkundete ich alleine und zu Fuß Osttirol. Neben einer guten Ausrüstung und Vorbereitung braucht man vor allem Zeit, dann wird die Trekkingtour zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Das richtige Schuhwerk entscheidet über den Erfolg

Die richtigen Trekkingschuhe entscheiden, ob die Freude überwiegt oder ob die Wanderung zur Katastrophe wird. Ich bin auf der sicheren Seite, da meine alten Trekkingschuhe schon sehr gut eingelaufen sind. Die Auswahl an Schuhen ist riesig. Aber ganz egal für welche Trekkingstiefel oder Wanderschuhe sich der Einzelne entscheidet, die Schuhe müssen unbedingt ausgiebig eingegangen werden. Genauso wichtig wie der Schuh ist der Trekkingrucksack. Alles was für ein-oder zwei Wochen benötigt wird, muss am Rücken selbst transportiert werden. Mein größtes Problem ist aber nicht das Tragen, sondern die Auswahl was mitkommt und was leider zu Hause bleiben muss. In diesen Moment schätze ich den Kofferraum des Autos ganz besonders. Ich kann nur jedem empfehlen, beim Kauf eines Trekkingrucksackes unbedingt auf einen breiten Hüftgurt zu achten, damit sich das Gewicht auf das stabile Hüftbecken übertragen kann. Eine ganz tolle Sache ist die ultraleichte Trekking Ausrüstung. Die ultraleichte Trekking Ausrüstung und die unterschiedliche Verwendung der selben Ausrüstung ermöglicht es, tagelang mit nur fünf Kilo Gewicht unterwegs zu sein. Natürlich darf das Zelt nicht fehlen. Echte Trekkingfreunde übernachten im Freien und sicher nicht in einem Hotel oder in einer Hütte. Ich kann aus eigener Erfahrung nur jedem empfehlen, auch im Sommer unbedingt einen Schlafsack mitzunehmen. Gerade in den Bergen wird es nachts empfindlich kalt.

Nationalpark Hohe Tauern

Nationalpark Hohe Tauern

Meine Route führte mich durch den Nationalpark Hohe Tauern

Ein Dutzend Bergseen, unzählige Hütten, unberührte Naturlandschaften, wer so wie ich im Osttiroler Virgental auf Wanderschaft geht, findet sanfte Täler, tiefe Schluchten und atemberaubende Ausblicke auf die Berge. Die zwei Gesichter des Nationalparks Hohe Tauern sind die bergbäuerliche Kulturlandschaft und die wilde Urlandschaft. Das Schutzgebiet erstreckt sich über Landschaften wie Gletscher, Felswände, alpine Matten bis hin zu mühevoll gepflegten Almwirtschaften. Meine Route führte über den eher hochalpinen Venediger-Höhenweg mit insgesamt vierzehn Etappen. Neben einer Trittsicherheit und Schwindelfreiheit braucht man dafür rund zwei Wochen Zeit. Insgesamt musste ich dabei 3200 Höhenmeter überwinden. Eine anspruchsvolle, aber äußerst empfehlenswerte Tour.

Ich kann sagen, dass ich gut ausgerüstet und vorbereitet war. Fast zwei Wochen alleine unterwegs sein, tut nicht nur physisch, sondern auch psychisch sehr gut. Der Kopf wird wieder frei, unnützen Gedanken- Ballast habe ich im Gebirge zurückgelassen.

Canyoning – Auf dem Weg IN den Berg

Schluchtengehen, neudeutsch Canyoning, hat einen schweren Stand. Zuerst hat der Sport eine ähnliche Phonetik wie das klassische Bootfahren, also Canoeing. Und dann sind Canyonauten primär in den tiefen, einsamen Schluchten der Berge unterwegs und damit wenig visibel. Doch gerade weil der Sport sich in unwegsamem Gelände IN den Bergen abspielt ist er sehr herausfordernd: Ein Plädoyer für einen besonderen Bergsport.

„Was ist das?“ ist meistens die zweite Frage, die beantwortet werden muss, wenn der Gesprächspartner bemerkt hat das sein Wissen über Canyoning nicht sehr umfangreich ist. Eine etwas reißerische Definition liefert hier der Duden: “ als Sport betriebenes Durchwandern, Durchklettern von engen Gebirgsschluchten mit reißenden Flüssen“ (Quelle Duden). Denn es sind bei weitem nicht immer „reißende Flüsse“, in die man sich vor wagt. Oft reicht Folgendes völlig aus: „Wir werden uns in einem Gebirgsbach talwärts bewegen.“ So weit, so klar.

Aber wie läuft eine solche Tour tatsächlich ab? Gestartet wird bereits einige Tage vorher mit einer ausführlichen Tourenplanung. Hier sind Faktoren wie Beschaffenheit der Schlucht, Zusammensetzung und Anzahl der Teilnehmer und Ausrüstung ebenso wichtig wie das Wetter. Denn das Spannende an einer Canyoning Tour ist: Wenn man einmal in die Schlucht abgeseilt und das Seil abgezogen hat, dann ist man oft über lange Passagen ohne Ausweg. Nun kann jeder selbst entscheiden ob ihm hohe, schroffe und massive Felswände zu beiden Seiten eher Angst oder Lust auf mehr machen. Ein Wort muss noch über die Ausrüstung verloren werden: Jeder Canyonaut in unseren Gefilden sollte jedenfalls mit einem Ganzkörperneopren (5mm empfohlen), Socken, griffigen Schuhen, Helm&Gurt ausgerüstet sein. Das Guidematerial wie Seile, Abseilgeräte und Erste Hilfe/Rettungsausrüstung nicht eingeschlossen.

02canyoningallgaeustarzlachklammmUnd nach einer Einweisung geht es los: Dem Einstieg in die Schlucht folgt oft das Gehen im Bachbett. Hier sollte jeder Vorsicht walten lassen: Verletzungen an den Gelenken durch Abrutschen oder schnelles Herumspringen auf den Steinen im Bachbett führen schnell zum vorzeitigen Ende der Tour. Adrenalinschübe kommen bei den Teilnehmern oft bei den ersten Abseilern auf: 15m hinab an glattem Fels, durch einen tosenden Wasserfall und Ankunft in einem glasklaren Bergwasserpool treiben jedem Canyonauten die Spuren der letzten Nacht aus den Augen. Ab jetzt sind alle wach und voll bei der Sache: Canyoning ist aufregend!

Eine weitere Bewegungsart in der Schlucht ist das Springen. Wenn der Guide die Gumpe ausgetaucht und freigegeben hat, dürfen (Springen ist IMMER freiwillig) die Canyonauten den Sprung vom Fels in den Naturpool wagen. Hier werden am Absprungpunkt noch oft allerlei Fragen gestellt, bevor aller Mut zusammengenommen wird und gesprungen wird. Sprünge bei uns im Allgäu reichen von kleinen Hopsern bis in eine Höhe von über 10m!

Und das Highlight einer jeden Tour sind Rutschen. Weil diese so perfekt sind, darf man sich oft fragen, ob diese nicht in Fernost produziert und nachts heimlich in unseren Schluchten „installiert“ worden sind. Aber weit gefehlt, die Natur macht es schon perfekt, da können wir nur staunen. Und beim Rutschen geht im Prinzip alles von allein. Einmal in den Bach gesetzt erledigt die Strömung den Rest und befördert den Canyonauten ins nächste Becken. Jubelschreie inbegriffen. Selten, dafür um so spektakulärer sind Rutschen, die in einen Freifall führen und einen Extrakick geben. Canyoning ist das Abenteuer jeden Urlaubs.

canyoningallgaeustarzlachklammmAll das ist im Allgäu sehr gut möglich, da es hier in naher Umgebung eine Vielzahl von unterschiedlichen Schluchten zu entdecken gibt. Beispielsweise findet man im Osterbachtobel, auch genannt Gunzesried, eine perfekte Einsteigerschlucht. Hier kann der Gast alle Abseilstellen im Vorhinein einsehen und bei Bedarf auch umgehen. Die etwas sportlichere Starzlachklamm befindet sich am Fuße des Grünten bei Sonthofen und bietet einige Sprünge und eine 15 Meter lange Rutsche als Finale. Hier sollte man mindestens sehr sportlich sein oder bereits Canyoningerfahrung haben. Auch extremes Canyoning ist möglich: In der Kobelache sind hohe Abseiler durch rausche Wasserfälle, rasante Rutschen viele Kletterstellen zu finden. Zusammengefaßt gesagt ist das Allgäu ein perfektes Umfeld für Einsteiger ins Canyoning und Gäste, die eine sportliche Herausforderung suchen.

Alles in allem kann man sagen, dass Canyoning wohl der einzige Sport ist, bei dem man IN den Berg geht und die wunderschöne Natur aus einem völlig anderen Blickwinkel kennenlernt. Es lohnt sich jedenfalls, dieses Abenteuer auszuprobieren.

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Polare Eisriesen

Text: Albert Leichtfried, Fotos: Elias Holzknecht / woodslave-productions

Albert Leichtfried und Benedikt Purner fanden im hohen Norden einige neue alpine Herausforderungen.

Warum es einen in solche Gegenden zieht? Ich kann es selbst nicht verstehen. Aber wenn man erst einmal dort ist, wird es einem doch bewusst. Weit nördlich des Polarkreises trifft man auf eine andere Welt. Diese Welt scheint wie erstarrt zu sein. In ihrer Ruhe und Einsamkeit scheint die Zeit anders zu verlaufen. Man taucht ein in eine andere Welt, wo sich die Einheimischen allesamt mit dieser extremen Gegend vereinbart haben. Es stört keinen, wenn es wieder einmal Sturm gibt, oder wenn das Thermometer unter -20 Grad Celsius fällt – weil es etwas ganz Normales ist. Für uns ist diese Gegend nichts Normales, es fällt einem schwer sich vorzustellen in dieser Gegend zu leben, vor allem im Winter, wo die Tage kurz sind und die Sonne nie wirklich richtig scheinen mag. Für einen abenteuerlichen Eisklettertrip ist  es aber genau das Richtige.

Diese Reise sollte uns nicht nur in neue Landschaften und Eisgebilde führen, sondern auch ein „neuer“ Begleiter mit seiner Kamera war mit uns. Elias Holzknecht – eine junger, motivierter Fotograf aus dem Ötztal ließ sich auf das Abenteuer ein und flog mit uns an die nördlichste Spitze Norwegens, um neue Eindrücke vor der Linse zu sammeln. Wir waren schon alle gespannt, denn auch in der Dokumentation versuchten wir mit einer neuen Technik zu arbeiten. Mit Hilfe einer Drohne konnten wir eine neue Art der Foto- und Filmtechnik für das Eisklettern ausprobieren. Und die Ergebnisse sind atemberaubend. Mit Hilfe eines nicht einmal 2 Kilogramm schweren Fluggerätes mit Elektromotoren und 4 Rotoren ist es möglich Perspektiven zu zeigen, die es bisher noch nicht zu sehen gab.

Benny Purner Larsbergseacliff

Benny Purner Larsbergseacliff

Der Winter im Norden Norwegens war heuer ähnlich wie bei uns. Nach einem sehr frühen Schneefall folgte eine Trockenperiode mit Südwinden über drei Monate. Immer wieder wechselten arme mit sehr kalten Perioden und dies ließ in der gesamten Region nordöstlich von Tromsø Eislinien entstehen, welche sich nur äußerst selten formen. Auf einen Hinweis von meinem alten Freund Graham Austick, der sich in dieser Region sesshaft gemacht hat, buchten wir die Tickets nach Tromsø und fuhren mit dem für diese Region obligatorischen Allradjeep weiter, bis über den 70igten Breitengrad hinaus. In den folgenden Wochen trauten wir unseren Augen kaum. Graham hatte nicht zuviel versprochen – es wuchsen tausende Eislinien über diesen Winter und warteten darauf geklettert zu werden. Doch wir waren ziemlich wählerisch und suchten uns nur die längsten und formschönsten Formationen aus. Meist auf dünnen Glasuren bewegten wir uns vom Meer weg bis auf über 800 Meter Seehöhe und wir konnten einige schier endlose Linien klettern. Dabei blieben wir unserem Stil treu und hinterließen alle Routen ohne Bolts und Haken – clean. Nach solch intensiven Erlebnissen wird es einem doch klar, warum es einen immer wieder in solche Regionen zieht.

Routenliste – Kåfjord/Sjkervøy 2014

Route

Grad

FA

Länge

Region

Stil

Datum

Magic mirror

WI5+

vermutlich

70m

Seaclliff Larsbergtunnelen

OS

16.2.2014

Seaside

M7 WI6+

x

60m

Seacliff Larsbergtunnelen

OS

16.2.2014

Thinair

WI5

vermutlich

50m

Seacliff Larsbergtunnelen

OS

16.2.2014

Lynkona

WI7-

x

150m

Oksen       Oksvik

OS

17.2.2014

Left hand

WI5

150m

Oksen       Oksvik

OS

17.2.2014

Torbjørn’s garden

WI5+

x

160m

Seacliff     Reindalen

OS

19.2.2014

Blåbaersuppe

M6 WI4+

x

120m

Seacliff     Reindalen

OS

19.2.2014

Lost & found

WI5

x

120m

Seacliff     Reindalen

OS

19.2.2014

Tiroler tris

WI6

x

550m

Trolltinden Kågen

OS

20.2.2014

Enter sandman

WI7-

x

750m

Oksfjellet Kåfjorddalen

OS

23.2.2014

Club sauna

WI4

x

250m

Arnøy   Tjuvdalen

OS

26.2.2014

Happy end

M5  WI5

x

600m

Pollfjellet Furuflaten

OS

27.2.2014

Drohnenkamera Seacliff

Drohnenkamera Seacliff

Berge hoch 7: MONTANE und das Alpin-Magazin suchen die schnellsten, härtesten und kreativsten Gipfelstürmer

Presseinformation MONTANE

MONTANE startet ab sofort eine einzigartige Challenge unter dem Titel „Berge hoch 7″. Exklusiver Medienpartner der sieben Monate währenden Aktion ist das Alpin-Magazin. Gesucht werden dabei die schnellsten, die härtesten und die kreativsten Gipfelstürmer, die MONTANE-Ausrüstung im Wert von je 1.000 Euro gewinnen.

In der aktuellen Ausgabe des Alpin-Magazins (4/2014) und auf www.alpin.de werden die Leser dazu aufgerufen, sich ab sofort für einen Startplatz bei der Aktion mit Kurzvita zu bewerben. Startschuss ist der 10. April: An diesem Tag treten 77 von der Jury ausgewählte Leser/innen gegeneinander an, um innerhalb von sieben Monaten sieben Gipfel zu besteigen – und zwar sieben Gipfel, die mit den Anfangsbuchstaben M, O, N, T, A, N und E beginnen. Zur Dokumentation der Gipfelsiege erhalten die Teilnehmer ein MONTANE-T-Shirt sowie sieben Aufkleber, die sie in das jeweilige Gipfelbuch kleben können.

Schnell, hart oder kreativ

Nach Aktionsende, am 30. Oktober, wird die Alpin- und MONTANE-Jury den schnellsten, den härtesten und den kreativsten Gipfelstürmer küren: Als härtester zählt der oder die mit den meisten Höhenmetern, der schnellste ist der- oder diejenige, der alle sieben Gipfel nachweislich im kürzesten Zeitraum bestiegen hat und „für die kreativste Lösung werden wir uns wohl überraschen lassen“, so Robert Pollhammer, Deutschlandvertrieb MONTANE. „Wir freuen uns sehr auf die Einsendungen, denn das mitmachen wird sich richtig lohnen: Wir vergeben drei Mal hochwertige Bersport-Ausrüstung von MONTANE im Wert von je 1.000 Euro.“

Klettersteig – Ausrüstung – Grundlagen

Klettersteige sind abgesicherte Kletterwege, die sich meist an natürlichen Felswänden befinden. Die Sicherung geschieht einerseits durch die eigene Ausrüstung (Klettersteigset) und wird durch die am Felsen bereits vorhandene ergänzt (Eisenleiter, Eisenstifte, Klammern, Stahlseile).
Klettersteige entstanden ursprünglich aus gesicherten Wirtschaftswegen und später aus Militärischen Zugangswegen u.a. in Südtirol. Durch das wachsende Interesse bei Bergwanderern und Kletteranfängern diese Routen zu begehen entstand das moderne Klettersteiggehen. Dieses unterscheidet sich vor allem durch die Ausgesetztheit und erhöhte Schwierigkeit von den ursprünglichen Steigen. Heute werden Klettersteige oftmals als touristische Attraktion eingerichtet (Beispiel: Bad Hindelang/Oberjoch). Inzwischen hat sich der Klettersteig zu einem eigenständigen Schauplatz entwickelt, woraus die Disziplin der Klettersteig-Begehung hervorgegangen ist.

Wem die echte Kletterei in höheren Schwierigkeitsgraden – aus welchen Gründen auch immer – verschlossen ist, wer aber trotzdem jene Faszination genießen will, die nun einmal von senkrechten Wänden, von Türmen, Graten und Kaminen ausgeht, dem vermitteln Klettersteige eine oft ungeahnte und beglückende Möglichkeit, körperliche und seelische Leistungen mit höchstem Landschaftsgenuß zu verbinden und dabei bedrückende Belastungen und Risiken weitgehend auszuschalten. Paul Werner im Vorwort zu Klettersteige – Bayer, Vorarlberg, Tirol, Salzburg – Bergverlag Rother

Klettersteig- Notwendige Ausrüstung

Je nach Beschaffenheit und Lage des Klettersteiges sollte man die Grundausrüstung eines Bergsportlers niemals außer Acht lassen und mit entsprechender ausgerüstet sein. Also wetterfeste Kleidung, feste Bergschuhe, Kletterhelm, Sonnenschutz (Hut/Mütze, Sonnenbrille, Sonnencreme), evtl. Biwaksack und ausreichend Verpflegung / Wasser.

Anseilgurt

Ideal ist ein Hüftsitzgurt in Kombination mit einem Brustgurt. Der Brustgurt ist notwendig wenn mit einem Rucksack geklettert wird, da hier der Körperschwerpunkt deutlich nach oben wandert und die Gefahr eines Herausdrehens besteht. Alternativ kann auch ein Kombigurt verwendet werden der Brust- und Sitzgurt vereint.

Klettersteig Set bestehend aus

  • Zwei Klettersteig Karabiner
  • Zwei ca. 60 cm lange Seile oder Gurtbänder
  • Klettersteig Bremse (dynamisch Bremsplatte oder Bandfalldämpfer)
  • Einbindeschlinge

klettersteigset-black-diamondDie Karabiner sind auf Grund ihres automatischen Verschlusssystems sehr wichtig, was durch einen hohen Bruchlastwert ergänzt wird. Die Bremse ist wohl der notwendigste Teil einer Klettersteig Ausrüstung, da hiermit die Sturzkräfte reduziert werden, was die Verletzungswahrscheinlichkeit herabmindert und zum anderen das Material. Ferner sind solche Arten von Bremsen mit einer dynamischen Funktion versehen, stoppen also nicht plötzlich, sondern wirken leicht federnd. Moderne Klettersteig-Sets werden nur komplett angeboten und alle Teile sind fest miteinander verbunden.

Klettersteig Handschuhe

Vom Aussehen kaum von Fahrradhandschuhen zu unterscheiden, bieten Klettersteighandschuhe jedoch einen besseren Schutz vor Handverletzungen oder Blasen. Klettersteighandschuhe sind in der Regel mit stabilem Leder gefertigt und weisen eine durchaus komfortable Polsterung auf. Im Zweifelsfall genügen auch qualitativ hochwertige Fahrradhandschuhe.

Steinschlaghelm

Unabhängig davon, ob man am Klettersteig oder an einer Wand klettert, sollte immer ein robuster Kletterhelm getragen werden. Besonders am Klettersteig sollte der Helm die Kraft eines herabstürzenden Steines abfangen können. Steinschlag besteht ins Besondere auf stark frequentierten Klettersteigen oder aber auch bei Wetterumschwung.

Klettersteigschuhe

Klettersteigschuhe besitzen eine speziell gearbeitete Sohle mit einer sehr griffigen Gummimischung. Diese Mischung in Verbindung mit dem enorm stabilen Sohlenrand bietet genügend Halt auf langen Klettersteig Touren. Diese Schuhe Zeichen sich durch eine absolute Trittfestigkeit und Kantenstabilität aus und sind meist auch für Steigeisen geeignet.

Anforderungen an Körper und Material, Schwierigkeitsgrade

Ein Hinweis vorneweg:
Bei Gewittern oder ähnlich schwierigen Wetterbedingungen sollte man eine Klettersteigtour lieber verschieben, da es bereits mehrfach zu Blitzeinschlägen gekommen ist, die von den metallischen Sicherungselementen angezogen wurden!

Körper und Material

Die Anforderungen an Körper und Material sind von Klettersteig zu Klettersteig sehr unterschiedlich. Allgemein gilt, wer einen Klettersteig besteigt, sollte konditionell sehr fit sein und sowohl gut trainierte Arme als auch Beine haben, da hier je nach Schwierigkeitsgrad sehr viel Kraft und Ausdauer abverlangt wird. Da das Material einem ständigen und hohen Verschleiß ausgesetzt ist, sollte vor und nach jeder Begehung ein allgemeiner Check auf Funktionsfähigkeit und Verschleiß vorgenommen werden.

Schwierigkeitsgrade

Wichtig ist, sich zunächst an Routenbeschreibungen und Schwierigkeitsgraden zu orientieren. Zum einen existiert hierzu die „Hüsler-Skala“, eine in Worten dargestellte Schwierigkeitsbeschreibung von „wenig schwierig“ bis zu „extrem schwierig“.

Zum anderen gibt es eine in Buchstaben dargestellte Übersicht von A bis E. Bei A beginnt die Anfängerstufe (wenig schwierig) und reicht bis zu E (extrem schwierig). Innerhalb dieser Aufzählung sind Zusatzinformationen vorhanden, die zum Beispiel auf die nötigen Kräfte des Kletterers in Fingern, Armen und Beinen eingehen. Daher macht es Sinn, sich an beiden Übersichten zu orientieren, um die Bedingungen des jeweiligen Klettersteiges bereits vorher gut zu kennen.
Andere wichtige Faktoren, auf welche besonders geachtet werden sollte, sind die gesamte Gehzeit, der jeweilige Höhenunterschied, welcher zu überwinden ist und die Zustiegszeit.

Beliebte Klettersteiggebiete und die aufkommende Popularität

Brett ZugspitzeDie Begehung eines Klettersteiges, welcher im Italienischen und zunehmend auch im Deutschen „via ferrata“ (Eisenweg) genannt wird, hat sich zu einem beliebten Sport entwickelt. Besonders als Familienerlebnis erfreuen sich zahlreiche Klettersteige mit niedriger Schwierigkeitsstufe sehr hoher Beliebtheit. Ferner locken sie zunehmend Kletter-Interessierte an, die nach einem Versuch am Klettersteig meist zu Sportkletterern werden.

Die derzeit beliebtesten Klettersteig-Gebiete in Europa sind etwa der Alpspitze Klettersteig, der Watzmann Klettersteig, der Wilde Kaiser und die Dolomiten im Allgemeinen. Besonders in den Dolomiten sind zahlreiche Familien zu finden, die im Familienurlaub einen kleinen Abstecher auf einen Klettersteig unternehmen. Außerdem sind in den letzten Jahren vermehrt sehr sportliche Klettersteige hinzugekommen, die ohne Probleme an einem Vormittag zu durchsteigen sind aber einiges an Können und Kraft abverlangen (Beispiel: Vorderer Tajakopf – Mieminger Kette).

Weiterführende Informationen zu Klettersteigen gibt es bei Wikipedia unter Klettersteig, eine sehr große Klettersteig-Datenbank mit mehr als 1600 Klettersteigen gibt es bei klettersteig.de oder via-ferrata.de.

Anzeige: Klettersteig-Literatur bei Amazon

Fotos: © Black Diamond – doingx, Sven Jungnickel / Fotolia.com

Der Rennsteig – der beliebteste Fernwanderweg Deutschlands

Der Pfad führt geschwungen über sandige Hügel durch Sträucher und Geröll. Rechts tut sich zwischen gewaltigen Granitbrocken eine atemberaubende Aussicht auf. Am Horizont ballen sich die Wolken zusammen. Trotz schmerzender Füße und schwerem Rucksack lockt der weite Blick zu einer Kletterpartie auf das glatte Gestein. Wind weht einem ins Gesicht und in der Ferne sieht man den grauen Schleier von Regen in der Luft, der so weit weg ist, dass er einen nie erreichen wird. Schon auf der ersten Etappe zieht einen der Rennsteig in seinen Bann – und lässt tagelang nicht mehr los.

Der Rennsteig

Die alte Handelsroute, markiert mit dem berühmten „R“, ist nicht nur der älteste, sondern auch der meistgewanderte Fernwanderweg in Deutschland. 100.000 Wanderer begehen ihn jedes Jahr.

„Gut Runst!“ – das ist der traditionelle Gruß auf dem Rennsteig. Der Kammweg beginnt in Hörschel bei Eisenach am Ufer der Werra und endet nach 168,3 km in Blankenstein an der Selbitzbrücke. Damit führt er, mit einem kurzen Abstecher nach Bayern, ein Mal quer durch Thüringen. Der Wanderweg ist nicht, wie heute so oft, künstlich angelegt worden, sondern aus alten Traditionen entstanden.

Karte Verlauf Rennsteig

Geschichte

Die Geschichte des Rennsteigs beginnt vor 700 Jahren. Im Mittelalter markierte er die Grenze des Herzogtums Franken zur Landgrafschaft Thüringen. Das belegen auch heute noch die zahlreichen Grenzsteige am Weg, heute oft auch Rennsteigsteine genannt. Besonders beachtenswert sind die 13 Dreiherrensteine, von denen auch heute noch 10 Stück immer wieder direkt am Weg auftauchen.
Während der Teilung Deutschlands war es nicht möglich, den Fernwanderweg vollständig zu gehen. Heute bietet die Streckenführung entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze nicht nur Einblick in die Geschichte unseres Landes, sondern ist auch ein wichtiges Rückzugsgebiet für die Natur.

Der alte Grenzweg ist empfehlenswert für die erste Fernwanderung, da es eine gute Infrastruktur, Einkehrmöglichkeiten und zahlreiche Unterkünfte gibt. Es ist nicht unbedingt nötig, die Campingausrüstung mitzunehmen. Viele Reiseveranstalter und Pensionen bieten auch einen Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft an.

Super für Einsteiger ist auch, dass man die meisten Höhenmeter am ersten Tag erklimmt und dann zum großen Teil die Hügelkette entlang läuft, also nicht mehr klettern muss.
Üblich für Einsteiger sind acht bis 11 Streckenabschnitte, fortgeschrittene Wanderer schaffen es auch in sechs Teilstücken, was auch der Rennsteigtradition, der „Runst“ entspricht.

Die traditionelle Rennsteig-Runst in sechs Etappen:

  1. 32,8 km von Hörschel bis zum Großen Inselsberg
  2. 30,8 km vom Großen Inselsberg bis Oberhof
  3. 27,0 km von Oberhof nach Kahlert
  4. 19,7 km von Kahlert nach Limbach
  5. 30,0 km von Limbach nach Steinbach am Wald
  6. 28,0 km von Steinbach am Wald nach Blankenstein

Ausrüstung

Der Rennsteig bietet gut gepflegte Wanderwege, schmale Pfade und Hohlwege. Wer kein all zu schweres Gepäck trägt, kommt also mit gut eingelaufenen, aber nicht zu alten, Wanderstiefeln gut klar.

Walking- und Sportschuhe sind nicht geeignet. Für Weitwanderneulinge ist es ratsam, sich Trekkingsocken gegen Blasen zuzulegen. Trotzdem Pflaster nicht vergessen!
Der Weg führt bis auf fast 1000 Meter Höhe und die Kammlage begünstigt rasche Wetterwechsel. Regenkleidung und etwas Warmes zum Überziehen sollten auch im Sommer mit dabei sein.

Übernachtung, Unterkünfte und Verpflegung

In Neustadt am Rennsteig, in Neuhaus am Rennweg und Steinbach am Wald gibt es Supermärkte, zahlreiche Einkehrmöglichkeiten finden sich immer wieder an der Strecke. Besonders an Sonn- und Feiertagen ist es wichtig, dass jeder eine Tagesration Wasser dabei hat, weil man den Wald streckenweise stundenlang nicht verlässt.

Generell gibt es in fast allen Orten und Gemeinden am Rennsteig Unterkünfte. Das größte Angebot bieten die Start- und Zielorte der traditionellen Runst, aber auch eine individuelle Planung ist möglich. Die Unterkünfte sind im Allgemeinen sehr preiswert und die Thüringer am Rennsteig sehr gastfreundlich. Adressen von Pensionen erhält man unter rennsteig.de.

Sehenswürdigkeiten am Rennsteig

Nicht nur direkt am Weg, sondern auch in den anliegenden Gemeinden gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Meistens weisen Schilder darauf hin. Dazu gehören auch die Skisprungschanze und das Olympiazentrum in Oberhof. Die geschichtsträchtige Wartburg in Eisenach, liegt nicht direkt am Weg, sollte man aber vor oder nach der Wanderung unbedingt mitnehmen.

Eckdaten Rennsteig:

  • 169 km
  • Dauer im Schnitt 6 bis 8 Tage
  • 1530 Höhenmeter
  • markiert durch ein „R“

Literaturempfehlung:

Weitere Informationen:

rennsteig.de und rennsteigverein.de