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Neue Touren in Indien: Interview mit Kletter-Globetrotter Gerhard Schaar

Er war wieder unterwegs: unlängst kehrte AustriAlpin-Athlet und Kletter-Weltreisender Gerhard Schaar, der bereits auf der ganzen Welt neue Klettergebiete erschlossen hat, mit Freundin Ines Peschel von einer Indien-Expedition zurück. Im nordindischen Miyar Valley gelangen den beiden sieben Begehungen, davon drei Erstbesteigungen von Gipfeln, zwei neue Routen und zwei erste Wiederholungen. Den höchsten ihrer neu erschlossenen Gipfel (ca. 5.900m) benannten die beiden nach einem ganz großen persönlichen Vorbild: „Kurt Albert Peak“.

Im Interview erläutert Gerhard, was das Besondere an seiner Expedition ins Miyar Valley war und welche Abenteuer die zwei dabei bestehen mussten:

Lieber Gerhard, Du bist unlängst mit deiner Freundin Ines aus Indien zurückgekehrt, wo Ihr diverse Erstbesteigungen und Wiederholungen gemacht habt. Wie war’s?

Es war eine sehr schöne, für uns erfolgreiche Expedition. Wir hatten großes Wetterglück, blieben immer gesund und konnten alle unsere vorgenommenen Ziele umsetzen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei meinen Sponsoren, wie AustriAlpin, bedanken, durch die diese Reise erst möglich wurde.

Uns ging es ja immer um ein Gemeinschaftserlebnis – als Paar das Beste geben und Abenteuer bestehen. Ines und ich wollten ein oder zwei Linien angehen und schauen, ob sie uns gelingen würden. Letztlich wurden daraus sieben.

Was unterscheidet das Klettern (Bergsteigen) in Indien vom Klettern in unseren Breitengeraden?

Oje, wo soll man da anfangen. Es ist eben Indien! Wer schon mal dort war, weiß, wovon ich spreche. Dieses Land ist einfach so anders, von der Religion, seiner vielen Völker, der Kluft zwischen Arm und Reich, seiner Überbevölkerung und recht eigenwilligen Art, sich Fremden zu nähern. „Hello my friend!“, verstehst du!?

Im Bezug auf das Bergsteigen und Klettern beginnt der Unterschied natürlich beim Breitengrad. Das Miyar Valley z.B. liegt ungefähr auf der Höhe von Tunesien. Da kann es bei schönem Wetter auf 5.000m sehr warm sein.

Dann kommt die Erreichbarkeit als nächster markanter Unterschied. Ist in den Alpen fast jeder Winkel erschlossen, ist alleine die Anfahrt ins Miyar Valley schon eine kleine Expedition bei den schlechten Strassen. Wir haben für ca. 350 km vier Tage gebraucht, mussten schließlich mit Pferden unser gesamtes Expeditionsgepäck an einem Erdrutsch vorbei transportieren. Und dann marschierst du von der letzten Straße drei Tage ins Base Camp. Darum bleibt man bleibt natürlich auch länger an einem Ort. Wer würde beispielsweise schon einen Monat im Bergell am selben Fleck bleiben?

Beim Klettern selbst kannst Du dich nur auf Fotos verlassen. Kein Topo, Du musst eben sehen, was Du rein mit deinen erworbenen Fähigkeiten erreichen kannst. Das beginnt bei der Routen- und Linienauswahl, was traut man sich zu, wie schätzt man die Verhältnisse ein? Dann das Einrichten eines vorgeschobenen Lagers, das Warten unter der Wand und natürlich die Wahl der Route. Wo soll es lang gehen? Wie sichern wir uns ab?

Warum habt Ihr Euch ausgerechnet das Miyar Valley ausgesucht?

Der Zugang ist relativ einfach und kurz. Wenn alles passen würde, könnte man von Delhi innerhalb von zwei Tagen ins Tal kommen und mit dem Trek ins Basecamp beginnen.

Entscheidend war für unser Expeditionsziel auch, dass die Region viele potenzielle Kletterziele für uns haben musste. Für das Miyar Valley konnten wir sehr aufschlussreiche Expeditionsberichte finden, die uns ganz einfach den Mund wässrig gemacht haben. Die Höhe der Gipfel, die überwiegend im Fels verlaufenenden möglichen Erstbegehungen und die Landschaft haben dann schnell den Ausschlag zugunsten des Miyar Valley gegeben.

Ihr seid auf drei komplett neue Gipfel gestiegen. Den höchsten davon wollt Ihr Kurt Albert Peak nennen. Was ist Deine Verbindung zu Kurt Albert?

Kurt Albert war ein bedeutsamer Kletterer. Die Erfindung des Rotpunkt ist ein so wesentlicher Bestandteil unserer heutigen Kletterphilosophie auf der ganzen Welt – er geht auf Albert zurück. Mich persönlich hat er mit seinem Entdeckergeist, seiner Reiselust und seiner Motivation, immer wieder einen neuen Zugang zum Klettern zu finden, ganz stark beeinflusst.

In meinen Augen ging es Albert irgendwann gar nicht mehr um Schwierigkeitsgrade; es ging rein um die Tiefe des Erlebten bei verschiedensten Unternehmungen. Ob Alpen, Grönland oder Patagonien, er hat seinen Zugang immer wieder neu definiert, und darin sehe ich eine große persönliche Parallele.

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Seid Ihr in den vier Wochen im Miyar Valley auch in brenzlige Situationen gekommen?

Natürlich, es gab sehr viel Steinschlag. Einmal haben wir in der Nacht gemerkt, dass große Steine ganz nahe an unser Zelt gekommen sind. Am nächsten Tag war sofort ein Umzug angesagt! Dann ist mir beim Vorstieg auch zweimal eine Schuppe ausgebrochen..

Aber die brenzligste von allen Situationen haben wir genau beim Abstieg von unserem letzten Gipfel, dem 5650m hohen Korklum Gou erlebt. Wir sind da in einen Schneesturm geraten mit gleichzeitig extrem starker statischer Aufladung. Nach einer halben Stunde Abseilen vom Gipfel waren wir schon ordentlich nass und uns wurde empfindlich kalt. Dann begann es auch noch plötzlich, um unsere Köpfe zu „surren“ und wir mussten so schnell wie möglich von diesem Grat runter. Ohne Gefühl in den Fingern seilten wir weiter ab, richteten so gut es eben ging Abseilstände ein. Wären wir nicht so eingespielt gewesen, und hätten bei unserer Vorbereitung unser Abseilsystem nicht immer und immer wieder geübt, hätte es bitter für uns ausgehen können…

Was steht als nächstes auf Eurer ToDo-Liste?

Ines ist wieder in Ihrem Doktorprogramm eingestiegen und zurück bei Ihren Proteinen (Gerhard lacht!), für mich sind im Moment Höhenarbeiten und Kletterwandbau angesagt. Denn im nächsten Jahr möchte ich mit einem neuen Bus in den Alpen einige Ziele verwirklichen. Besonders in meiner Heimat, den Hohen Tauern würde ich gerne einige Neuerschließungen umsetzen. Dann arbeite ich auch noch fleißig an einem Maltatal Kletterführer, und dem Aufbau des Klettershops „Rockstore“, der ja bereits einen Kletterhallen Shop in „THE ROCK“ in Kärnten hat.

Miyar Valley Begehungen von Ines und Gerhard:

Routen und Berg-Erstbesteigungen:

  • „Never ending story“, 1.000m, 5.9, „Kurt Albert Peak“ ca. 5.900m
  • „South Face“, 500m, 5.9 R, Gutzele Peak ca. 5.300m
  • „Gou Gou Ridge“, 450m, 5.8, „Gou Gou Peak“, ca. 5.200m
  • Erstbegehungen von Routen:
  • „Four seasons in one day“, 600m, 5.11a, R, „Iris Peak“ ca. 5.300m
  • „Best of both sides“, 350m, 5.9, „Torro Peak“ ca. 5.200m
  • Erste Wiederholungen:
  • „Trident Ridge“, 700m, 5.9 R, „Premsingh Peak“ ca. 5.350m (1.Beg. A. u. T. Grmovsek)
  • „Shangrila Ridge“, 650m, 5.10d, R, „Korklum Gou“ ca. 5.650m (1.Beg. A. u. T. Grmovsek)

Thailand – Traumziel für Outdoorfreunde

Dass man in Thailand super am Strand chillen, gut essen und das Nachtleben genießen kann, ist den meisten – aus dem eigenen Urlaub oder Berichten von Freunden – hinlänglich bekannt.
Doch auch Outdoor-Sportler und Frischluft-Fans kommen hier voll und ganz auf Ihre Kosten.
Als Wander-, Kanu- oder Kletterziel hat Thailand einiges zu bieten – und das meiste davon spielt sich erfreulicherweise jenseits der touristischen Hochburgen ab.

Thailand für Kletterer – Geheimtipp „in der Mitte“

Dieser Tipp für Kletterfreaks stammt von einem, der es wissen muß: Gerhard Schaar ist hauptberuflich Kletterer und Weltreisender. Auf (fast) allen Kontinenten hat Gerhard schon Kletterziele begutachtet, um der Klettergemeinde anschließend darüber berichten. Nebenbei hat er außerdem ein neues Gebiet in Indien eingerichtet.  Mehr Informationen unter: www.gerhardschaar.com

Thailandreisenden empfiehlt Gerhard (unter andererem) Koh Yao Noi. Die Insel liegt zwischen dem wohlbekannten und vielbereisten Phuket und dem nicht minder bekannten Krabi, ist jedoch bislang eher unbekannt. Klettern kann man hier an hervorragendem Kalk und eindrucksvollen Sintern. Die rund 60 Routen sind allesamt steil und in den unterschiedlichsten Schwierigkeiten. Abwechslungsreich ist auch der Ausblick: man kann sowohl direkt über dem Meer als auch über dem Dschungel klettern.

„Gehaust wird hier klassisch thailändisch in Bambushütten – die gibt es in allen Preisklassen“, weiss Gerhard. „Viele Low Budget Kletterer checken bei Danny ein, der ist so eine Art Papa für die Kletterer und vermietet seine Bungalows für 7,- € am Tag.“ Der „Zustieg“ zum Fels erfolgt per Moped; auf die Insel kommt man mit dem Boot. Mopes und Transfer organisiert beispielsweise die aus Deutschland ausgewanderte Jasmin: www.thaihideaway.com

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Ko Lao Liang - 6c

Thailand für Wanderer

Wandern kann man eigentlich in ganz Thailand, man sollte sich jedoch vor Ort bei Reiseveranstaltern informieren. Besonders beliebt ist Thailands Süden – einzigartige Naturlandschaften und kilometerlange Sandstrände lassen das Wandererherz höher schlagen.

Unser Tipp: Der Khao Sok Nationalpark. Es handelt sich dabei um einen immergrünen Regenwald mit einer Gesamtfläche von 739 km2 und einer beeindruckenden und äußerst vielfältigen Flora und Fauna. Teil des Parkes ist ein großer Stausee (Chia Lan), der doppelt so groß wie der Chiemsee ist. Im Nationalpark kann man wandern, Tiere beobachten (Affen, Elefanten, Schlangen, Libellen, Schmetterlinge) oder Höhlen besichtigen. Die Touren (die meisten sollte man mit Guide unternehmen) können direkt vor Ort im Office des Nationalparks und in den verschiedenen Unterkünften gebucht werden. Derer gibt es unterschiedliche: ob Bambushütten mitten im Dschungel oder „schwimmende Hütten“ auf dem See, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Weitere Infos: http://www.dnp.go.th/ (offizielle Seite des Khao Sok Nationalparkes)

Thailand für Kanuten

Thailand wartet mit einem Naturwunder auf, das nur per Boot besichtigt werden kann: die zahlreichen, kreisrunden Inseln und Inselchen mit kraterartigen Einsenkungen des Ao Phang Nga Nationalparks. Die sogenannten Hongs sind bei Flut mit Wasser gefüllt – hier lebt eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen wie Muscheln oder Mangroven.

Die Entdeckungstouren kann man mit speziellen Hochsee-Kanus unternehmen. Spezialisierte Anbieter wie Sea Canoe Thailand bringen dem Besucher die fremde Tier- und Pflanzenwelt nah. Ob man dabei selbst paddelt oder paddeln lässt, bleibt jedem Benutzer selbst überlassen.
Auch Khao Sok, oben erwähnter Nationalpark, ist ein ideales Ausflugsziel für Kanuten. In zwei- oder drei-Tagestouren kann man auf dem Fluß durch eine einzigartige Dschungellandschaft, flankiert von imposanten Kalksteinfelsen, fahren (www.seacanoe.net, www.santanaphuket.co).

Bildquellen: © Ko Lao Liang: Gerhard Schaar