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Auf Deutschlands höchsten Gipfel: die Zugspitze

1. Juli 2010   |   Autor/ in:


Auf Deutschlands höchsten Gipfel: die Zugspitze

Sie ist Deutschlands alpiner Stolz: Die Zugspitze. Mit 2.962 Metern über Meereshöhe schrammt Deutschlands höchster Berg leider knapp an der magischen 3.000er-Marke vorbei, was ihre Beliebtheit bei Bergwanderern und Wintersportlern jedoch keinesfalls einschränkt.

Verschiedene Wege führen auf die Zugspitze; darunter einfache ebenso wie richtig alpine. In allen Fällen braucht man ein wenig Kondition, der Aufstieg beträgt 2.000 oder mehr Höhenmeter. Hier ein Überblick über die Gipfelwege.

Durchs Reintal aufs Zugspitzplatt

Der einfachste Weg führt durch das Reintal. Gleichzeitig eine sehr reizvolle Wanderung, da das Reintal landschaftlich gut erhalten ist: bis heute führt keine Straße durchs Tal; der obere Teil des Tales steht unter Naturschutz.

Da dieser Weg der am wenigsten steile ist, ist er auch der längste. Los geht es in Garmisch; von hier wandert man durch die Partnachklamm bis zur Bockhütte. Hier beginnt das Reintal. An der Reintalangerhütte vorbei (ab hier wird es steiler) geht es zur Knorrhütte am Rande des Zugspitzplattes. Nun wird das Zugspitzplatt überquert; am Punkt 2815 beginnt der versicherte Steig zum Gipfel.

  • Start: Garmisch-Partenkirchen, Skistadion
  • Distanz: ca. 18 km, 2.200 Höhenmeter
  • Gehzeit: 8 bis 10 Stunden je nach Gehtempo

Einkehrmöglichkeiten: Bockhütte, Reintalangerhütte, Knorrhütte, am Gipfel: Restaurant Sonn Alpin, Münchner Haus
Anmerkungen: Viel begangener Weg, dennoch reizvolle Wanderung. Wer es an einem Tag zum Gipfel schaffen möchte, sollte früh aufbrechen. Allen anderen empfiehlt sich eine Übernachtung in der Reintalanger- oder der Knorrhütte.

Durch das Höllental

Durch die – bei Touristen sehr beliebte – Höllentalklamm (Start: Hammersbach) geht es auf die Höllentalangerhütte. Von hier wird der Höllentalanger überquert. Oberhald davon muss das Brett gequert werden, eine mit Stahlstiften versicherte Felswand. So kommt man zum Höllentalferner: ein Schild weist darauf hin, dass ab hier Steigeisen getragen werden müssen. Eine schwierige Stelle ist die Randkluft, da sich das Eis immer weiter vom Fels entfernt. Nach der Gletscherüberquerung gelangt man auf einem Klettersteig zum Gipfel.

  • Start: Hammersbach
  • Distanz: ca. 15 km, 2.200 m Höhenmeter
  • Gehzeit: ca. 7 bis 8 Stunden

Einkehrmöglichkeiten: Höllentalangerhütte, am Gipfel: Münchner Haus
Anmerkungen: Auch hier sind Kondition und Trittsicherheit gefragt. Durch die Höllentalklamm wird’s naß – Regenschutz mitnehmen.
Ab der Höllentalangerhütte wird die Tour recht anspruchsvoll, man sollte hier also ggf. eine Übernachtung einplanen (von dort sind es weitere 6 „sportliche“ Stunden zum Gipfel).

Klettersteig im Wetterstein Gerbirge

Klettersteig im Wetterstein Gerbirge

Österreichisches Schneekar

Eine weitere Variante des Aufstieges bietet sich von Österreich: Vom Eibsee oder von Ehrwald geht es durch Latschenwald zum Gamskar. Von dort geht es weiter zur Wiener-Neustädter-Hütte. Auf markiertem Weg wandert man weiter zum linken oberen Ende des Österreichischen Schneekars. Die Schlüsselpassage befindet sich gleich am Einstieg (umgangssprachlich: der „Stopselzieher“), in dieser Auswaschungshöhle ist Vorsicht geboten! Über schrofiges Gelände geht es auf den Grat, dann links halten auf gesicherten Steigen.

  • Start: Ehrwald oder Eibsee (jeweils Bahnhof)
  • Distanz: je ca. 12 km, 2.000 m Höhenmeter
  • Gehzeit: ca. 8 Stunden ab Ehrwald bzw. ca. 9 ab Eibsee

Einkehrmöglichkeiten: Wiener-Neustädter-Hütte, am Gipfel: Münchner Haus
Anmerkungen: Beide Anstiege setzen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus. Der Weg vom Eibsee ist zudem – bis in den Sommer – durch Lawinen gefährdet.

Übers „Gatterl“ zum Zugspitzgipfel

Ab Talstation der Ehrwalder Almbahn geht es über den Wiesenweg zur Ehrwalder Alm (geht natürlich auch mit der Almbahn). Von dort aus geht man auf dem Max-Klotz-Steig über Almgelände und vorbei an Latschenkiefern zum Brand-Joch (2.120 m). Der Steig fällt nun leicht ab zum Feldernjöchl (2.041 m). Nun geht es zunächst weiter leicht bergab, dann wenige Meter steil empor durch Felsen zum Gatterl. Ab hier für der Plattsteig zur Knorrhütte (Achtung, Geröll) und zum Zugspitzplatt, von wo aus ein gesicherte Steig auf den Zugspitzgipfel führt.

  • Start: Ehrwald oder Ehrwalder Alm
  • Distanz: 1.500 Höhenmeter bzw. 1.850 Höhenmeter
  • Gehzeit: ca. 6,5 h ab Ehrwalder Alm bzw. 8 h ab Talstation

Einkehrmöglichkeiten: Knorrhütte, Münchner Haus
Anmerkungen: Die vermutlich einfachste Tour auf den Gipfel.

Die Zugspitze

Die Zugspitze

Auf dem Gipfel – was nun?

Wer Deutschlands höchsten Berg erfolgreich erklommen hat, wird sich zunächst mit Speis und Trank stärken wollen. Die Zugspitze ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel, auf dem Gipfel (den die zahlreichen Touristen bequem mit der Gletscherbahn, der Zugspitz-Zahnradbahn oder der Seilbahn erreichen) gibt es daher eine Vielzahl an Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten.
Nach einer Rast im Münchner Haus oder dem Restaurant Sonn-Alpin kommen müde Gipfelstürmer mit oben erwähnten Bahnen wieder ins Tal – wahlweise nach Garmisch, Grainau, Ehrwald oder Eibsee. Wer auf der Zugspitze im Münchner Haus übernachtet, kann am nächsten Tag auch den Abstieg über den berühmt-berüchtigten Jubiläumsgrat wagen.
Es ist üblich, den Grat im Abstieg (vom Zugspitzplatt zum Hochblassen) zu begehen, da man beim stetigen Auf und Ab über zahlreiche Gipfel so einige Höhenmeter sparen kann – trotzdem kommt man so noch auf etwa 1.000 Höhenmeter reinen Aufstieg. Er verläuft über die Innere (2.737 m), Mittlere (2.740 m) und Äußere Höllentalspitze (2.716 m) sowie die Vollkarspitze (2.630 m). Vor dem Nordwestabbruch des Hochblassen quert man zur Alpspitze.

WICHTIG: Der Jubiläumsgrat ist kein Klettersteig, sondern eine alpine Tour mit hohem Anspruch. Berg-Unerfahrenen ist vom Grat abzuraten! Selbst Kletterer und Klettersteiggeher können bei der Tour ins Schwitzen kommen: viele Stellen sind nämlich komplett ungesichert und zudem höchst exponiert. Wer also leicht die Nerven verliert, hat auf dem Steig nichts verloren. Alle anderen werden jedoch mit einmaligen Aus- und Tiefblicken ins Wettersteingebirge, die Bayerischen Voralpen auf der einen und die Stubaier Gletscher auf der anderen Seite belohnt.

Empfehlung der Redaktion: Kostenloses Faltblatt Bergerlebnis Wetterstein - Tourentipps zu den Wettersteinhütten rund um die Zugspitze.

Ausrüstung

Bergstiefel, Rucksack ab ca. 40l, Schlechtwetter-Ausrüstung (Gore-Jacke, Fleece, eventuelle Handschuhe und Mütze), ausreichend Wasser (min. zwei Liter) und Verpflegung.

Klettersteig-Ausrüstung (Hüft- und Brustgurt oder Komplettgurt, Klettersteigset, Helm, Klettersteighandschuhe) wird für den Klettersteig durchs Höllenthal unbedingt empfohlen. Außerdem sind je nach Zustand des Höllentalferner auch Grödel oder Steigeisen notwendig.

Nützliche Weblinks

Ortschaften:

  • Garmisch-Patenkirchen, www.gapa.de
  • Ehrwald, www.ehrwald.at
  • Eibsee, www.eibsee.de
  • Zugspitze, www.zugspitze.de

Hütten:

Bahnen:

  • Zugspitzbahn (ab/nach Ehrwald): www.zugspitzbahn.at
  • Bayerische Zugspitzbahn (ab nach GAP über Grainau und Eibsee): www.zugspitze.de

Jubiläumsgrat:

  • GPS-Track & Topo Jubiläumsgrat: http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=1496

Aktuelle Informationen:

Bilder: Copyright: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG


[Diesen Artikel hat Steffen und sein Team für Dich veröffentlicht.]


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