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Autor-Archiv %s Albert Leichtfried

Polare Eisriesen

Text: Albert Leichtfried, Fotos: Elias Holzknecht / woodslave-productions

Albert Leichtfried und Benedikt Purner fanden im hohen Norden einige neue alpine Herausforderungen.

Warum es einen in solche Gegenden zieht? Ich kann es selbst nicht verstehen. Aber wenn man erst einmal dort ist, wird es einem doch bewusst. Weit nördlich des Polarkreises trifft man auf eine andere Welt. Diese Welt scheint wie erstarrt zu sein. In ihrer Ruhe und Einsamkeit scheint die Zeit anders zu verlaufen. Man taucht ein in eine andere Welt, wo sich die Einheimischen allesamt mit dieser extremen Gegend vereinbart haben. Es stört keinen, wenn es wieder einmal Sturm gibt, oder wenn das Thermometer unter -20 Grad Celsius fällt – weil es etwas ganz Normales ist. Für uns ist diese Gegend nichts Normales, es fällt einem schwer sich vorzustellen in dieser Gegend zu leben, vor allem im Winter, wo die Tage kurz sind und die Sonne nie wirklich richtig scheinen mag. Für einen abenteuerlichen Eisklettertrip ist  es aber genau das Richtige.

Diese Reise sollte uns nicht nur in neue Landschaften und Eisgebilde führen, sondern auch ein „neuer“ Begleiter mit seiner Kamera war mit uns. Elias Holzknecht – eine junger, motivierter Fotograf aus dem Ötztal ließ sich auf das Abenteuer ein und flog mit uns an die nördlichste Spitze Norwegens, um neue Eindrücke vor der Linse zu sammeln. Wir waren schon alle gespannt, denn auch in der Dokumentation versuchten wir mit einer neuen Technik zu arbeiten. Mit Hilfe einer Drohne konnten wir eine neue Art der Foto- und Filmtechnik für das Eisklettern ausprobieren. Und die Ergebnisse sind atemberaubend. Mit Hilfe eines nicht einmal 2 Kilogramm schweren Fluggerätes mit Elektromotoren und 4 Rotoren ist es möglich Perspektiven zu zeigen, die es bisher noch nicht zu sehen gab.

Benny Purner Larsbergseacliff

Benny Purner Larsbergseacliff

Der Winter im Norden Norwegens war heuer ähnlich wie bei uns. Nach einem sehr frühen Schneefall folgte eine Trockenperiode mit Südwinden über drei Monate. Immer wieder wechselten arme mit sehr kalten Perioden und dies ließ in der gesamten Region nordöstlich von Tromsø Eislinien entstehen, welche sich nur äußerst selten formen. Auf einen Hinweis von meinem alten Freund Graham Austick, der sich in dieser Region sesshaft gemacht hat, buchten wir die Tickets nach Tromsø und fuhren mit dem für diese Region obligatorischen Allradjeep weiter, bis über den 70igten Breitengrad hinaus. In den folgenden Wochen trauten wir unseren Augen kaum. Graham hatte nicht zuviel versprochen – es wuchsen tausende Eislinien über diesen Winter und warteten darauf geklettert zu werden. Doch wir waren ziemlich wählerisch und suchten uns nur die längsten und formschönsten Formationen aus. Meist auf dünnen Glasuren bewegten wir uns vom Meer weg bis auf über 800 Meter Seehöhe und wir konnten einige schier endlose Linien klettern. Dabei blieben wir unserem Stil treu und hinterließen alle Routen ohne Bolts und Haken – clean. Nach solch intensiven Erlebnissen wird es einem doch klar, warum es einen immer wieder in solche Regionen zieht.

Routenliste – Kåfjord/Sjkervøy 2014

Route

Grad

FA

Länge

Region

Stil

Datum

Magic mirror

WI5+

vermutlich

70m

Seaclliff Larsbergtunnelen

OS

16.2.2014

Seaside

M7 WI6+

x

60m

Seacliff Larsbergtunnelen

OS

16.2.2014

Thinair

WI5

vermutlich

50m

Seacliff Larsbergtunnelen

OS

16.2.2014

Lynkona

WI7-

x

150m

Oksen       Oksvik

OS

17.2.2014

Left hand

WI5

150m

Oksen       Oksvik

OS

17.2.2014

Torbjørn’s garden

WI5+

x

160m

Seacliff     Reindalen

OS

19.2.2014

Blåbaersuppe

M6 WI4+

x

120m

Seacliff     Reindalen

OS

19.2.2014

Lost & found

WI5

x

120m

Seacliff     Reindalen

OS

19.2.2014

Tiroler tris

WI6

x

550m

Trolltinden Kågen

OS

20.2.2014

Enter sandman

WI7-

x

750m

Oksfjellet Kåfjorddalen

OS

23.2.2014

Club sauna

WI4

x

250m

Arnøy   Tjuvdalen

OS

26.2.2014

Happy end

M5  WI5

x

600m

Pollfjellet Furuflaten

OS

27.2.2014

Drohnenkamera Seacliff

Drohnenkamera Seacliff

Eisklettern: Senza piombo M10, clean

Albert Leichtfried und Benedikt Purner gelingt die vermutlich erste M10 der Welt mit komplett natürlicher Absicherung

Um beim Eisklettern neue Ideen in die Tat umsetzen zu können, bedarf es vor allem einer entscheidenden Tatsache. Man sollte sich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort befinden. Diese eisige Weisheit klingt einfach und logisch, doch gestaltet sich die Umsetzung oft recht schwierig und frustrierend. Nach einem Ausflug zur „Zauberflöte“ im Langental mit Benedikt Purner Mitte Jänner dieses Jahres sind uns neben der immensen Schönheit dieser sehr selten kletterbaren Linie bald zwei Dinge klar geworden. Zum einen hatte es in den Dolomiten so viel Eis wie schon seit ewigen Zeiten nicht mehr und zum anderen war es nach einem unglücklich verlaufenen letzten Winter endlich wieder einmal soweit, dass unsere auf neue Möglichkeiten geschulten Augen einige viel versprechende Linien erspähen konnten.

Nach einem eher schwerlich anklingenden Eiswinter, kamen Benni und ich im Laufe des Jänners langsam in Form. Wir kletterten einige schöne Eis- und Mixedlinien im Südtiroler Langental bei Wolkenstein. Auffällig dabei war schon, dass wir verstärkt versuchten, in den Mixedlängen auf die Verwendung von Eisenmaterial wie Haken oder Bolts zu verzichten. Die ersten in diesem Stil gekletterten Mixedlinien („Remember Mi“ M8/WI7- und „Stalker“ M7/WI6) konnten wir im Winter 2011 in Sordalen/Norwegen klettern. 2006 konnte ich mir einen damals bereits lang ersehnten Traum erfüllen. Mit der Route „Illuminati“ gelang es mir, das moderne Mixedklettern mit ernster, klassischer Eiskletterei zu verbinden. Nun ging erneut ein Traum in Erfüllung. Eine Route an der Grenze unserer Möglichkeiten mit absolut natürlichen Sicherungsmitteln zu klettern, geisterte schon einige Zeit in unseren Köpfen herum. In „Senza piombo“, zufällig nur 15 Minuten von „Illuminati“ entfernt, fanden wir die nahezu perfekten Möglichkeiten dafür.

senza-piombo_topo_lowAm 27. Jänner starteten Benni und ich, nichtsahnend was uns erwarten würde, in die erste Seillänge. Eine mit bizarren Eisstrukturen sehr schöne M6. Die zweite Länge führt im fünften Eisgrad auf ein Band. Abrupt ändert sich ab dort der Charakter der Route. Eine stark überhängende Felswand mit relativ wenig Struktur schien für uns das Ende der cleanen Kletterei zu sein. Als Benni beim Wegklettern darauf verzichtete, Haken oder Bolts mitzunehmen, war ich nicht schlecht erstaunt. „Er wolle mal schauen, was geht.“ In den letzten Jahren war ich nicht das erste Mal von seinen enormen Fähigkeiten begeistert. Auch dieses Mal verblüffte er mich, er gab einfach nicht auf. Nach einem schier endlosen Kampf kletterte er die dritte Seillänge im Grad M9 clean, on sight – einfach genial. Nun war ich an der Reihe, die Route, wenn möglich weiterhin ohne Eisen zum Eisvorhang zu bringen. Die Felsstrukturen wurden weniger, dafür die Wand noch steiler – eine ernüchternde Kombination. Nach zwei Stürzen, an dem sich abwechselnd jeweils einer meiner zwei gelegten Cam’s aus dem seichten Riss verabschiedeten, waren meine Nerven am Ende. In technischer Kletterei versuchte ich irgendwie zum Zapfen zu gelangen und studierte dabei die Bewegungen und Placements für das nächste Mal.

Nach einem „Rasttag“, an dem wir den direkten Einstieg zum „Jumbo-Jet“ kletterten, geisterten die Hooks und Bewegungen der Cruxlänge von „Senza piombo“ bereits in meinem Kopf herum. Immer wieder versuchte ich die Cam-Placements durchzugehen, und die Bewegungsabläufe zu studieren. Nach einem weiteren, dringend notwendigen, wirklichen Rasttag war es dann soweit. Der Wecker läutete um 4:15, doch ich war schon kurz davor hellwach. Mein Fokus war ganz bei der Route. Danach lief alles so, wie wenn ein Film abgespult wurde. Die Kletterei forderte alles von mir, doch ich konnte kontrolliert bis zum Top klettern. Auf Grund der enormen Wärme an diesem Tag, war die Abschlusseillänge im Eis eher gruselig, aber Benni ließ sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Wir erfüllten uns mit „Senza piombo“, der vermutlich ersten clean gekletterten M10, einen über einige Jahre ersehnten Traum. All das Training und die Kletterei in harten Mixedrouten waren wie eine Art Vorbereitung für diesen Tag, um unsere erlernten Fähigkeiten auf einen Punkt zu konzentrieren.

Eines liegt mir noch am Herzen. In letzter Zeit konnte man in den diversen Medien so einiges über die Zukunft des Eiskletterns lesen. Zum einen sollte die Zukunft in überhängendem Eis mit Bolts als Absicherung liegen, zum anderen in Eis- und Mixedrouten, welche ausschließlich ohne Bolts geklettert werden, oder auch in steilen Eisgebilden, welche nur mit Eisschrauben abgesichert werden. Ein Widerspruch? Ist es nicht eher die Verwirklichung des eigenen Egos, wenn man versucht die Zukunft zu definieren? Was auch immer die Zukunft bringen wird, an ihrer Vorhersage ist der Mensch schon Jahrhunderte lang gescheitert. Jedes einzelne Abenteuer, jeder neue Moment wird die Zukunft von selbst entstehen lassen.

Albert Leichtfried

albert_senza_piombo_m10albert_benni_senza_piombo_m10

albert_benni_senza_piombo_m10_crux

benni_senza_piombo_m9

abseilen_senza_piombo_benni
abstieg_vallunga

Text: Albert Leichtfried
Fotos: Klaus Kranebitter

Black Diamond Magnetron Technology™

Black Diamond gehört zu den Inovationstreibern in der Kletter- und Outdoorbranche. So überrascht es kaum das Black Diamond zum Start der Outdoor Messe in Friedrichshafen ein neues Auto-Verschluss-System für Karabiner präsentiert. Dieser automatische Verschluss funktioniert mit Dauermagneten. Eingesetzt wird die neue Magnetron Technology™ zunächst bei dem Black Diamond Grid Lock Karabiner und bei dem Black Diamond RockLock Karabiner.
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Albert Leichtfried und Benedikt Purner klettern im Land der unbegrenzten Eisklettermöglichkeiten

Ein eishungriges Rudel unterwegs bei den Elchen

Der Auslöser zu diesem Eisklettertrip in den Norden Norwegens war dieses Mal völlig anders als in all den Jahren zuvor. War es bisher eine Frage des Recherchierens und Auskundschaftens eines noch nicht als allgemein bekannt bezeichnenden Gebietes, so gab dieses Mal eine Einladung des Norwegischen Alpenklubs „Norsk Tindeklub“ zu einem Klettertreffen auf den Lofoten den zündenden Funken. Das Angebot mit einigen der derzeit besten Alpinisten, wie Marko Prezelj, Colin Haley, Aljaz Andere und vielen anderen zusammen nach neuen Linien zu suchen und dabei jeden Tag mit frischen Fisch versorgt zu werden, war verlockend groß. So verlockend, dass sich zu unserem dreiköpfigen Team auch noch Gerry Fiegl und Paul Mair anschlossen um gemeinsam auf die Jagd nach Eis zu gehen.Weiterlesen

Eisklettern Ötztal: Dripping Elegance M10/WI5+

Gerry Fiegl und Albert Leichtfried realisieren knapp vor dem vernichtenden Föhneinbruch eine elegante Mixedlinie im Ötztal

Es war schon höchste Zeit, das war uns bereits beim ersten Kontakt mit diesem Projekt klar geworden. Die südliche Exposition mit direkter Bestrahlung vom Sonnenaufgang bis zum frühen Nachmittag, sowie die dunklen Granitplatten als Wärmequelle hinter dem Eis tragen nicht gerade zur Langlebigkeit dieser Eisspur bei. Doch wir hatten Glück, eine Kaltfront mit arktischen Temperaturen, die Sonnenfinsternis und ein für das Erreichen unseres Zieles zu Recht gebogener Terminkalender ermöglichten es, unser Projekt sorgenfrei abzuschließen.

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SpeedFlying – Mount Superior

Mit Ski und Gleitschirm sind die vier Extremsportler Tom Reynolds, Kyle Sul, Jesse Hall und Marshall Miller in der Bergen rund um Mount Superior, Utah unterwegs. Mit ihren Helmkameras haben Sie atemberaubende Bilder eingefangen….enjoy!

Chalk&Chocolate mit Natalija Gros

The film is a story of one of the best climbers in the world Natalija Gros, who struggles to climb one of the most challenging verticals in Slovenia: Histerija (8c+) in Misja pec. The camera follows Natalija’s story during her conquering the Histerija and during the climbing season (trainings, competitions, injuries, testings).