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Der Rennsteig – der beliebteste Fernwanderweg Deutschlands

Der Pfad führt geschwungen über sandige Hügel durch Sträucher und Geröll. Rechts tut sich zwischen gewaltigen Granitbrocken eine atemberaubende Aussicht auf. Am Horizont ballen sich die Wolken zusammen. Trotz schmerzender Füße und schwerem Rucksack lockt der weite Blick zu einer Kletterpartie auf das glatte Gestein. Wind weht einem ins Gesicht und in der Ferne sieht man den grauen Schleier von Regen in der Luft, der so weit weg ist, dass er einen nie erreichen wird. Schon auf der ersten Etappe zieht einen der Rennsteig in seinen Bann – und lässt tagelang nicht mehr los.

Der Rennsteig

Die alte Handelsroute, markiert mit dem berühmten „R“, ist nicht nur der älteste, sondern auch der meistgewanderte Fernwanderweg in Deutschland. 100.000 Wanderer begehen ihn jedes Jahr.

„Gut Runst!“ – das ist der traditionelle Gruß auf dem Rennsteig. Der Kammweg beginnt in Hörschel bei Eisenach am Ufer der Werra und endet nach 168,3 km in Blankenstein an der Selbitzbrücke. Damit führt er, mit einem kurzen Abstecher nach Bayern, ein Mal quer durch Thüringen. Der Wanderweg ist nicht, wie heute so oft, künstlich angelegt worden, sondern aus alten Traditionen entstanden.

Karte Verlauf Rennsteig

Geschichte

Die Geschichte des Rennsteigs beginnt vor 700 Jahren. Im Mittelalter markierte er die Grenze des Herzogtums Franken zur Landgrafschaft Thüringen. Das belegen auch heute noch die zahlreichen Grenzsteige am Weg, heute oft auch Rennsteigsteine genannt. Besonders beachtenswert sind die 13 Dreiherrensteine, von denen auch heute noch 10 Stück immer wieder direkt am Weg auftauchen.
Während der Teilung Deutschlands war es nicht möglich, den Fernwanderweg vollständig zu gehen. Heute bietet die Streckenführung entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze nicht nur Einblick in die Geschichte unseres Landes, sondern ist auch ein wichtiges Rückzugsgebiet für die Natur.

Der alte Grenzweg ist empfehlenswert für die erste Fernwanderung, da es eine gute Infrastruktur, Einkehrmöglichkeiten und zahlreiche Unterkünfte gibt. Es ist nicht unbedingt nötig, die Campingausrüstung mitzunehmen. Viele Reiseveranstalter und Pensionen bieten auch einen Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft an.

Super für Einsteiger ist auch, dass man die meisten Höhenmeter am ersten Tag erklimmt und dann zum großen Teil die Hügelkette entlang läuft, also nicht mehr klettern muss.
Üblich für Einsteiger sind acht bis 11 Streckenabschnitte, fortgeschrittene Wanderer schaffen es auch in sechs Teilstücken, was auch der Rennsteigtradition, der „Runst“ entspricht.

Die traditionelle Rennsteig-Runst in sechs Etappen:

  1. 32,8 km von Hörschel bis zum Großen Inselsberg
  2. 30,8 km vom Großen Inselsberg bis Oberhof
  3. 27,0 km von Oberhof nach Kahlert
  4. 19,7 km von Kahlert nach Limbach
  5. 30,0 km von Limbach nach Steinbach am Wald
  6. 28,0 km von Steinbach am Wald nach Blankenstein

Ausrüstung

Der Rennsteig bietet gut gepflegte Wanderwege, schmale Pfade und Hohlwege. Wer kein all zu schweres Gepäck trägt, kommt also mit gut eingelaufenen, aber nicht zu alten, Wanderstiefeln gut klar.

Walking- und Sportschuhe sind nicht geeignet. Für Weitwanderneulinge ist es ratsam, sich Trekkingsocken gegen Blasen zuzulegen. Trotzdem Pflaster nicht vergessen!
Der Weg führt bis auf fast 1000 Meter Höhe und die Kammlage begünstigt rasche Wetterwechsel. Regenkleidung und etwas Warmes zum Überziehen sollten auch im Sommer mit dabei sein.

Übernachtung, Unterkünfte und Verpflegung

In Neustadt am Rennsteig, in Neuhaus am Rennweg und Steinbach am Wald gibt es Supermärkte, zahlreiche Einkehrmöglichkeiten finden sich immer wieder an der Strecke. Besonders an Sonn- und Feiertagen ist es wichtig, dass jeder eine Tagesration Wasser dabei hat, weil man den Wald streckenweise stundenlang nicht verlässt.

Generell gibt es in fast allen Orten und Gemeinden am Rennsteig Unterkünfte. Das größte Angebot bieten die Start- und Zielorte der traditionellen Runst, aber auch eine individuelle Planung ist möglich. Die Unterkünfte sind im Allgemeinen sehr preiswert und die Thüringer am Rennsteig sehr gastfreundlich. Adressen von Pensionen erhält man unter rennsteig.de.

Sehenswürdigkeiten am Rennsteig

Nicht nur direkt am Weg, sondern auch in den anliegenden Gemeinden gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Meistens weisen Schilder darauf hin. Dazu gehören auch die Skisprungschanze und das Olympiazentrum in Oberhof. Die geschichtsträchtige Wartburg in Eisenach, liegt nicht direkt am Weg, sollte man aber vor oder nach der Wanderung unbedingt mitnehmen.

Eckdaten Rennsteig:

  • 169 km
  • Dauer im Schnitt 6 bis 8 Tage
  • 1530 Höhenmeter
  • markiert durch ein „R“

Literaturempfehlung:

Weitere Informationen:

rennsteig.de und rennsteigverein.de

Diesmal ULTRALIGHT – ein Erfahrungsbericht

Der denkwürdige Tag war vor etwas mehr als zwei Jahren. Es sollte für ein sechs Tage auf eine Tour in den Harz gehen. Den Rucksack gepackt und – wieder abgestellt. Diesmal – diesmal versuche ich es anders, sagte ich mir.

Ich war zwar ein erfahrener Outdoorer, hatte bis dahinschon tausende Kilometer auf Long Distance Trecks hinter mich gebracht und wusste im Allgemeinen recht genau, was ich ruhigen Gewissens zuhause lassen konnte – aber irgendwie ärgerte mich das unvermeidliche Endgewicht des Rucksacks dann doch immer wieder. Sich richtig frei bewegen zu können wäre manchmal schon schön.

Kein eingefleischter Outdoor-Fan kommt darum herum, vom Thema UL – Ultralight Hiking – nicht schon zumindest einmal gehört zu haben. Einen ernst gemeinten Versuch wagen allerdings dann doch die wenigsten – die Minimalismus-Grenze, so glauben viele, ist auch die unterste Grenze der Sicherheit und des Komforts. Was aber so überhaupt nicht stimmt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es war insgesamt eine recht denkwürdige Tour durch den Harz. Und es war der Beginn einer neuen Ära für mich.

Was soll ich bloß packen?

Das Zusammenstellen der Ausrüstung für den probeweisen Ultralight-Treck fällt mir schwer – was vor allem am Material liegt. Mein Schlafsack, mein Leichtzelt, die Isomatte – alles viel zu schwer. Allein das Gewicht dieser Teile überschreitet schon mein gesetztes Ziel von 5 Kilogramm ohne Verpflegung und Wasser. Irgendwie ist sogar der Rucksack selbst schon zu schwer.

Glücklicherweise bietet sich hier Abhilfe: Mein Kumpel Theo, der mich öfter einmal auf längeren Touren begleitet, ist ein eingefleischter Minimalist – und deshalb auch schon seit Jahren ein wahrer Ultralight-Freak. Ich habe das immer ein wenig belächelt, auf unseren gemeinsamen Touren, ihn aber auch ab und an beneidet für sein leichtfüßiges Gehopse auf den Wegen, während mir die Füße weh taten. „Das sage ich dir doch schon seit Jahren“, begrüßt er mich schon an der Wohnungstür und führt mich gleich darauf in seine geheiligte Ausrüstungskammer, in der Übergewicht die einzige Todsünde ist.

Um es kurz zu machen, eine Stunde und viele Erklärungen später stehe ich dann mit einem etwas verlängerten Quilt, einem Tarp und einer etwas filigran wirkenden Matte – oder besser so etwas wie einem Mattengerüst – und einem Leichtrucksack samt einer darin befindlichen ultraleichten Daunenjacke unter dem Arm wieder auf der Straße. Die Sachen werden sich gleich auf der Tour bewähren müssen – oder eben nicht – denn schon am nächsten Tag soll es losgehen.

– Was ein Quilt ist? Nun – so eine Art halber Schlafsack: wenn man in einem herkömmlichen Schlafsack liegt, komprimiert man durch sein Körpergewicht den unteren Teil, der dann ohnehin nicht wärmt, darum ist dieser Teil bei einem Quilt gleich weggelassen. Er ist ein Schlafsack, der einfach über die Isomatte geschoben wird. Man schlüpft von oben hinein und kann ihn am Hals dicht schließen. Von unten wärmt dann die Matte. Ich kannte so etwas zuvor auch nicht. Ist aber tatsächlich unglaublich leicht und unglaublich warm.

Keine Angst vor Skeptikern

Die erste Frage, die mich erwartet – und tief trifft – ist die von Michael, meinem Wanderkollegen, als ich am Treffpunkt ankomme. „Wo ist dein Rucksack? DAS? Du scherzt, oder?“ Immerhin habe ich aber mein angepeiltes Maximalgewicht sogar unterschritten. Ich zucke die Schultern und denke mir, zur Not muss ich halt eben improvisieren.

Das Wetter ist schön, aber schon herbstlich, das bunte Laub unter den Füßen macht den Tag irgendwie noch schöner. Wir kommen auf der geplanten Strecke gut voran.

Kochen wie die Hobos

Firebox Folding Stove

Abends gibt es dann erst einmal Tee – ich werfe meinen Hobo-Ofen an, vier zusammengesteckte Blechplatten, die so eine Art Kinderlaterne bilden. Die Kinderlaterne wird nach dem Anzünden mit Holzstückchen, Ästchen und Moos gefüttert und brennt sauber und vor allem ziemlich kräftig. Wohl fast ein ganzes KW Heizleistung. Das Teewasser in der fragil wirkenden Blechschüssel ist jedenfalls im Nu heiß, die Schüssel unten kohlrabenschwarz. Nach dem Kochen des Abendessens dann noch mehr – aber Ruß lässt sich abwischen.

Ich ziehe mit nur den Quilt um die Schultern, halte den Ofen am Brennen, die Jacke brauche ich nicht auszupacken. Der Hobo-Ofen wärmt ausreichend. Und Brennmaterial gibt es immerhin rund um mich genug. Das Abendessen kommt aus der Tüte, aber daran habe ich mich auf Touren mittlerweile gewöhnt.

Die bevorstehende, sehr minimalistische erste Nacht macht mir etwas Bauchweh, aber ich lege das Mattengerüst auf ein paar gesammelte Tannenäste, spanne mein Tarp auf und krieche unter den Quilt, den ich an der Matte befestigt habe, und finde es erstaunlich bequem. Ein leichter Luftzug weht unter dem Tarp hindurch, aber das ist angenehm. Ich bin ein Teil der Natur. Und praktisch sofort eingeschlafen.

Angenehme Ruhe…

Die erste Nacht ist überstanden, ich wache morgens sehr ausgeruht und gut gelaunt auf, bereite auf dem Hobo das Frühstück. Um es gleich vorweg zu sagen – auf dieser Tour war jeder Morgen genauso wie dieser. Selbst derjenige, wo es nachts gestürmt und geregnet hat wie Hulle. Das Setup in Sachen Schlafen bietet ganz sicher keine Komforteinbuße. Eher noch im Gegenteil. Man muss eben nur wissen – oder herausfinden – wie man sein Tarp am besten aufspannt. Die Tage waren ähnlich entspannt – ich genoss es, mit insgesamt knapp sechseinhalb Kilo durch die Landschaft zu ziehen, vertauschte irgendwann auch versuchsweise die schweren Wanderschuhe mit leichten Barfußschuhen und behielt sie für den Rest der Strecke an, und freute mich auf die Abende vor dem Hobo und unter dem Tarp. Ich habe schon lange die Natur nicht mehr so intensiv gespürt wie auf dieser Tour – und das war dann auch der Wendepunkt für mich.

Wasser von oben und Wasser von unten, mal warm und mal kalt

Zwei Tage auf der Tour waren komplett verregnet, und ich mühte mich mit dem ultraleichten Poncho ab, der eklig an mir klebte, bis ich dann auf die Idee kam, das Teil auf zwei überflüssigen gebogenen Zeltstangen wie einen Regenschirm über mir am Rucksack zu befestigen. Improvisation ist alles. Immerhin liefen aber auch schon die alten Chinesen genau so durch jedes Wetter – vor viertausend Jahren. Wohl doch bewährt. Und jedenfalls recht bequem.

Ein anderer Tag hatte dafür fast sommerliche Temperaturen, während es in der letzten Nacht drastisch abkühlte. Vier Jahreszeiten in einer Woche. Für so etwas sollte man in Mitteleuropa dann eben doch kleidungstechnisch gerüstet sein.

In Sachen Outdoor-Küche und Wasserversorgung lässt sich noch das eine oder andere optimieren – mit dem Katadyn-Wasserfilter habe ich festgestellt, reicht mir eine 1,5 Liter PET-Flasche leicht aus, die ich dann unterwegs bei jeder Gelegenheit mit dem Wasserfilter wieder auffülle. Gesamtgewicht: irgendwas um die fünfzig Gramm. Einen kleinen Beutel für trockenes Holz für den Hobo werde ich mir zukünftig noch mitnehmen – nasses Holz brennt eben doch recht schlecht, und unterwegs ein paar Ästchen aufzusammeln, macht keine Mühe und kaum Tragebeschwerden. Immerhin schleppt man keine Halbliterflasche Spiritus oder eine Gaskartusche mit.

Das Fazit dieser denkwürdigen Tour

Tarp, Quilt und die leichte Matte waren für drei Jahreszeiten perfekt in Ordnung – es gab keinen Tag, an dem ich irgendetwas vermisst hätte. Ich habe auch nie gefroren und bin nie nachts nass geworden. Insgesamt wiegen alle drei dabei zusammen nicht einmal ein Kilo. Lediglich zu Daunen-Quilts muss man sagen: zwar super leicht und toll warm – aber nichts für unser Klima. Daune ist einfach zu feuchtigkeitsempfindlich und damit zu wenig robust.

Schwere Wanderschuhe braucht nur der, der auch wirklich mit schwerem Gewicht auf dem Rücken unterwegs ist – das heißt mit deutlich mehr als 15-20% des eigenen Körpergewichts. Weniger auf dem Rücken verträgt auch leichtere Schuhe, das bedingt sich gegenseitig – egal was die Wanderführer alles so zu empfehlen meinen an brutalem Schuhwerk.

Ich laufe seit meiner denkwürdigen Unternehmung im Harz die meiste Zeit mit Barfußschuhen und bin noch kein einziges Mal umgeknickt oder gestolpert. Sicherheitstechnisch sind leichte Schuhe hier ganz bestimmt unbedenklich, solange man nicht schwer schleppt. Das ist es eben.

Worauf ich aber bestimmt nicht verzichten könnte – und werde – sind, trotz des Gewichts, die Merinoklamotten. Die Plastikschlacht in allen Ehren, aber nach spätestens zwei Tagen „Funktionswäsche“ kann sich niemand mehr riechen – während Merino selbst nach einem Monat Tragen (getestet) noch immer geruchsfrei bleibt. Und besser wärmt, wenn es mal feucht wird. Das Naturmaterial Merino schlägt in jedem Fall alle noch so tollen Kunststoffteile. Und bis in die kältesten Herbstzeiten reicht ein 400er Merinopulli und die lange Merinobuxe, wenn man sich abends am Lagerfeuer noch den Quilt um die Schultern legt.

Als Ultralight-Trekker kommt man der Natur ein gutes Stück näher – man bewegt sich einfacher, bescheidener und naturnäher, nutzt oft schon mal ein Ästchen hier oder ein paar Zweige da, setzt sich eben auf einen Stein, weil die Hose ohnehin wasserdicht ist und heizt den Ofen mit Holzresten aus dem Wald. Es sind vor allem die kleinen Dinge, die am Ende das meiste an Gewichtsersparnis bedeuten, die Beschränkung aufs Wesentliche. Das hat nichts damit zu tun, dass man seine Sicherheit vernachlässigt. Aber niemand braucht ein Nähzeug, wenn es ohnehin nichts zu nähen gibt. Oder ein Handtuch, das ein halbes Kilo wiegt. Oder fünf Liter Wasser im Vorrat. Oder…

Die Entscheidung, was unbedingt nötig ist, ist dabei aber immer eine individuelle – wer gar nichts mehr mitnimmt, den nennt man dann Bushcrafter, solche Leute improvisieren praktisch nur noch, haben es dabei aber oft recht ungemütlich. Was nicht heißt, das Bushcrafting nicht auch lehrreich sein kann – aber halt eben nicht bequem.

Ultralight zu trekken ist dagegen mehr ein Komfortgewinn – es macht einen unglaublichen Unterschied im Wandererlebnis, ob man zwölf Kilo auf dem Rücken trägt oder eben nur knapp die Hälfte. Das ist der wohl eindringlichste Grund für sinnvolles und vernünftiges Ultralight Trekking. Dazu kann man wirklich nur raten.

Endlich Frühling: Tipps für einen gelungenen Outdoor Start

Allmählich steigen die Temperaturen und die Winterkleidung wird hinten im Kleiderschrank verstaut. Für die Freunde der aktiven Lebensgestaltung im Freien beginnt die Outdoor Saison und damit die Zeit, die Outdoor Ausrüstung des letzten Jahres zu überprüfen, zu ergänzen und auszutauschen. Eventuell ist es notwendig die atmungsaktive Outdoor-Bekleidung zu reinigen. Hier empfiehlt sich ein spezieller Reiniger für Outdoorbekleidung der den Stoff reinigt, pflegt, die Membrane wieder in Schwung bringt und letztendlich die Haltbarkeit und Funktion deutlich verbessert.

Outdoor Ausrüstung – Trekkingschuhe

Jeder, der schon einmal mit schlechten Schuhen einen längeren Fußmarsch unternommen hat weiß: Solides Schuhwerk ist der Kern einer jeden Outdoor Ausrüstung. Offene Blasen und wundgelaufene, schmerzende Füße sind die unvermeidliche Folge falsch gewählter Schuhe. Neben einem akzeptablen Gewicht, das nicht zuletzt von der eigenen Beinmuskulatur abhängt, sind hinreichend ausgeprägte Sohlenprofile und eine gute Federung entscheidende Qualitätsmerkmale. Eine gute Schnürung, die den Fuß stabilisiert, aber nicht drückt, ist ebenfalls wichtig. Bei Fragen der Wasserundurchlässigkeit und Atmungsaktivität des Materials ist im Einzelfall abzuwägen. Zu den Kriterien, die zu berücksichtigen sind, gehören die individuelle Anlage zur Schweißbildung sowie die erwartete Außenfeuchtigkeit und Temperatur. Als Faustregel gilt: Je heißer und trockener die Bedingungen desto atmungsaktiver sollte der Schuh sein. Je feuchter und kälter, desto wasserdichter sollte er sein. Die Messgröße der Atmungsaktivität ist der so genannte MVTR-Wert, der in g/m² – (Gramm Wasserdampf pro Quadratmeter in 24 Stunden) gemessen und angegeben wird.

Outdoor Ausrüstung – Bergschuhe und Funktionssocken

Die angemessene Höhe des Schuhs hängt ab vom Gelände. Über das Fußgelenk hinausreichende Schuhe wirken stabilisierend und somit gelenkschonend. In ebenem Gelände nicht störend, sind höhere Schuhe bei Bergtouren generell empfehlenswert. Innen sollten gute Bergschuhe und Wanderstiefel keinesfalls zu weich sein, da die Füße sonst leicht darin herumrutschen. Besser geeignet, um den Tragekomfort zu erhöhen, sind Funktionssocken mit spezieller Polsterung an den druckempfindlichen Stellen. Diese Socken mindern außerdem die Reibung und wirken der Blasenbildung entgegen. Bei den Socken ist eine hohe Atmungsaktivität generell ein Pluspunkt.

Outdoor Ausrüstung – Jacken und Hosen

Zu einer guten Outdoor Ausrüstung gehört die richtige Wanderhose und die richtige Wanderjacke. Das verwendete Material ist qualitativ gut, wenn es eine hohe Strapazierfähigkeit mit geringem Gewicht verbindet. Das ist bei vielen auf Nylon basierten Stoffen der Fall. Taschen sollten in ausreichender Form und Zahl vorhanden sein, damit bei der Wanderung nicht ständig in den Rucksack gegriffen werden muss. Vorzugsweise handelt es sich um Reißverschlusstaschen, da diese dichter abschließen als zugeknöpfte Taschen. Knöpfe können außerdem abreißen. Zwar ist es nicht empfehlenswert, scharfkantige Gegenstände ungeschützt in Jacken- oder Hosentaschen mit sich zu führen, dennoch sollten die Taschen innen mit stabilem Material verstärkt sein. Gerade bei Höhenwanderungen ist auf einen guten UV-Schutz zu achten. Nach europäischem Standard qualifiziert Kleidung mit einem Schutzfaktor 40 als effektiver Sonnenschutz. Das bedeutet, dass nur ein Vierzigstel der schädlichen UV Strahlung die Kleidung durchdringen kann. Einige Jacken und Hosen verfügen über Ärmel und Schienbeine, die mit Reißverschlüssen angefügt sind, sodass man von langer Jacke und Hose schnell zur Shorts und Weste wechseln kann, wenn beispielsweise das Wetter sich ändert.

Outdoor Ausrüstung – Rucksäcke

Bei der Auswahl des Reiserucksacks ist die richtige Größe entscheidend. Vom kleinen Tagesrucksack mit 15-25 Litern Fassungsvermögen bis zum Reiserucksack mit 75 Litern: Die Bandbreite ist beträchtlich. Man wählt am besten das kleinstmögliche Format. Ein voll bepackter kleiner Rucksack trägt sich angenehmer als ein halb bepackter größerer Rucksack. Die zusätzliche Belastung, gerade bei ausgedehnten Touren, sollte nicht überschätzt werden. 20% des eigenen Körpergewichts stellen für einen untrainierten Wanderer auf der Strecke bereits eine deutlich wahrnehmbare Belastung dar. Zu vermeiden ist daher das Mitführen von Gegenständen, die nicht unbedingt notwendig sind und bei den notwendigen Gegenständen sind stets diejenigen mit dem geringsten Gewicht zu bevorzugen. Für guten Tragekomfort sorgen weiche, breite Schultergurte sowie eine gute Polsterung in der Hüftgegend. Der Rucksack sollte über mehrere Außentaschen verschiedener Größe verfügen, damit so unterschiedliche Gegenstände wie eine Thermoskanne oder ein Handy stets bequem erreichbar sind.

Foto: © auremar – Fotolia.com

Der Jakobsweg – Pilgern mehr als ein Trend

Der Pilgerpfad zum Grab des Apostels Jakobus in der spanischen Ortschaft Santiago de Compostela wird als Jakobsweg bezeichnet. Das Grab des Apostels gilt bereits seit dem Mittelalter als wichtigstes christliches Pilgerziel neben Rom und Jerusalem. Seit den 1970er Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen enormen Aufschwung erlebt. Der Jakobsweg  (galicisch: Camiño de Santiago, portugisisch: Caminho de Santiago, spanisch: Camino de Santiago, französisch: Chemin de St. Jacques) erfreut sich nicht erst seit Hape Kerkelings BestsellerIch bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg“ großer Beliebtheit. Seit dem Erscheinen des Buches ist das Pilgern allerdings auch in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Das Buch über Kerkelings Erlebnisse auf dem Jakobsweg war das meistverkaufte Werk des Jahres 2006. Nach der Veröffentlichung kam es zu einem wahren Ansturm auf den Jakobsweg, immer mehr Deutsche entschieden sich für eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Mittlerweile sind auch zahlreiche Pilger aus dem englischsprachigen Raum von der übersetzten Variante des Bestsellers zu einer Reise auf dem Jakobsweg inspiriert wurden.Weiterlesen

Auf Deutschlands höchsten Gipfel: die Zugspitze

Sie ist Deutschlands alpiner Stolz: Die Zugspitze. Mit 2.962 Metern über Meereshöhe schrammt Deutschlands höchster Berg leider knapp an der magischen 3.000er-Marke vorbei, was ihre Beliebtheit bei Bergwanderern und Wintersportlern jedoch keinesfalls einschränkt.

Verschiedene Wege führen auf die Zugspitze; darunter einfache ebenso wie richtig alpine. In allen Fällen braucht man ein wenig Kondition, der Aufstieg beträgt 2.000 oder mehr Höhenmeter. Hier ein Überblick über die Gipfelwege.

Durchs Reintal aufs Zugspitzplatt

Der einfachste Weg führt durch das Reintal. Gleichzeitig eine sehr reizvolle Wanderung, da das Reintal landschaftlich gut erhalten ist: bis heute führt keine Straße durchs Tal; der obere Teil des Tales steht unter Naturschutz.

Da dieser Weg der am wenigsten steile ist, ist er auch der längste. Los geht es in Garmisch; von hier wandert man durch die Partnachklamm bis zur Bockhütte. Hier beginnt das Reintal. An der Reintalangerhütte vorbei (ab hier wird es steiler) geht es zur Knorrhütte am Rande des Zugspitzplattes. Nun wird das Zugspitzplatt überquert; am Punkt 2815 beginnt der versicherte Steig zum Gipfel.

  • Start: Garmisch-Partenkirchen, Skistadion
  • Distanz: ca. 18 km, 2.200 Höhenmeter
  • Gehzeit: 8 bis 10 Stunden je nach Gehtempo

Einkehrmöglichkeiten: Bockhütte, Reintalangerhütte, Knorrhütte, am Gipfel: Restaurant Sonn Alpin, Münchner Haus
Anmerkungen: Viel begangener Weg, dennoch reizvolle Wanderung. Wer es an einem Tag zum Gipfel schaffen möchte, sollte früh aufbrechen. Allen anderen empfiehlt sich eine Übernachtung in der Reintalanger- oder der Knorrhütte.

Durch das Höllental

Durch die – bei Touristen sehr beliebte – Höllentalklamm (Start: Hammersbach) geht es auf die Höllentalangerhütte. Von hier wird der Höllentalanger überquert. Oberhald davon muss das Brett gequert werden, eine mit Stahlstiften versicherte Felswand. So kommt man zum Höllentalferner: ein Schild weist darauf hin, dass ab hier Steigeisen getragen werden müssen. Eine schwierige Stelle ist die Randkluft, da sich das Eis immer weiter vom Fels entfernt. Nach der Gletscherüberquerung gelangt man auf einem Klettersteig zum Gipfel.

  • Start: Hammersbach
  • Distanz: ca. 15 km, 2.200 m Höhenmeter
  • Gehzeit: ca. 7 bis 8 Stunden

Einkehrmöglichkeiten: Höllentalangerhütte, am Gipfel: Münchner Haus
Anmerkungen: Auch hier sind Kondition und Trittsicherheit gefragt. Durch die Höllentalklamm wird’s naß – Regenschutz mitnehmen.
Ab der Höllentalangerhütte wird die Tour recht anspruchsvoll, man sollte hier also ggf. eine Übernachtung einplanen (von dort sind es weitere 6 „sportliche“ Stunden zum Gipfel).

Klettersteig im Wetterstein Gerbirge

Klettersteig im Wetterstein Gerbirge

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Interview mit Gerlinde Kaltenbrunner

Gerlinde spricht über den Everest und ihre nächsten Ziele und verrät, was Bergsteigen mit dem Leben zu tun hat

Liebe Gerlinde, wie wird man „Bergsteigerin“? War das ein Kindheitstraum?

Mein Kindheitstraum war es nicht. In den Bergen war ich aber schon sehr bald unterwegs.
Nach meiner ersten Achttausenderexpedition haben mich mitunter die ganz hohen Berge nicht mehr los gelassen. 2002 nach der Besteigung des Manaslu habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, irgendwann Profibergsteigerin werden zu wollen.

Du hast 12 von 14 8.000ern bestiegen, darüber hinaus viele andere schwierige Routen erklettert. Was zieht Dich immer wieder hinauf, trotz Gefahren?

Bergsteigen ist meine ganz große Leidenschaft. Die Begeisterung für die Berge habe ich schon von Klein auf in mir und wurde im Laufe der Jahre immer stärker…
Das eine sind die großen Strapazen, die Gefahr, die Entbehrungen. Gegenüber stehen jedoch so unglaublich schöne, intensive Momente, aus denen ich sehr viel Kraft schöpfe. Diese Momente sind es, die ich in mir trage und die mich immer wieder zu den hohen Bergen zurückziehen.

Gab es Zeiten in deiner Bergsteiger-Karriere, in denen Du am liebsten alles hingeschmissen hättest?

Nein, nie.

Welcher Gipfel ist Dein nächstes Ziel und wann geht es los?

Mein Mann Ralf und ich starten am 30. März nach Kathmandu. Anschließend geht es über die chinesische Grenze nach Xangmu und von dort zur Nordseite des Everest.
Das Supercouloir, welches sich aus dem Japaner und Hornbein Couloir in der Nordwand zusammen setzt ist eine wunderschöne direkte Linie bis zum Gipfel. 2005 wollten wir diese Route bereits versuchen, damals hatten die Verhältnisse gar nicht gepasst. Heuer probieren wir es erneut und hoffen natürlich, dass es klappen wird.

Everest Nordwand mit Routenverlauf, Foto: Ralf Dujmovits - amical.de

Everest Nordwand mit Routenverlauf - Foto: Ralf Dujmovits - amical.de

Was hat Dich das Bergsteigen über das Leben gelehrt? Mit anderen Worten: welche Erkenntnisse oder Stärken erwirbt man dabei, die man auch im „normalen Leben“ anwenden kann?

Durchhaltevermögen, Geduld, Disziplin, Willensstärke, Entscheidungsfähigkeit, gutes Einschätzungsvermögen bei sich selbst, den Teamkollegen und der Umstände am Berg, Grenzen erkennen… eine ganze Menge also!

Was unterscheidet einen weiblichen Bergsteiger von einem männlichen?

Aus eigener Erfahrung hören Frauen mehr auf ihren Körper, gehen oft sensibler mit Warnsignalen um und entscheiden dadurch oft anders.

Bergsteigen ist traditionell ein klassischer „Männersport“. Findest Du es manchmal schwer, von Deinen männlichen Kollegen akzeptiert zu werden?

Lange war das kein Thema für mich. Im Rückblick kann man schon sagen, dass ich lange Zeit nicht wahrgenommen wurde. Am Nanga Parbat hatte eine kasachische Gruppe ein Problem damit, dass ich eine Frau bin. Ich wollte mithelfen beim Spuren, doch die Kasachen akzeptierten das nicht. Da bin ich einfach aus der Spur getreten, habe mich vor den Kasachen wieder eingereiht und habe dann die Spur getreten.
Heute werde ich voll akzeptiert.

Was tust Du in Deiner Freizeit am liebsten?

Ich lese sehr gerne, wir gehen öfter ins Kabarett oder in ein Konzert ins nahe gelegene Festspielhaus Baden-Baden…..

2009 - Beim Anmarsch zum Lhotse - Foto: David Göttler

2009 - Beim Anmarsch zum Lhotse - Foto: David Göttler

Gerlinde, Du engagierst Dich stark für die Nepalhilfe. Was braucht Nepal am dringendsten und wie können wir Europäer das Land unterstützen?

In Form von Bildung können wir dem Land sehr viel geben. Schon seit langer Zeit arbeiten mein Mann Ralf Dujmovits und ich mit der Nepalhilfe Beilngries zusammen. Zum Beispiel unterstützen wir den Bau von Schulen. Zusammen mit der Nepalhilfe konnten wir so letztes Jahr im Mai eine große Schule in Thulosirobari eröffnen, einem kleinen Dorf etwa 3-4 Autostunden nordöstlich von Kathmandu entfernt.

Was kommt nach den ganzen 8.000ern? Hast Du Dir darüber schon Gedanken gemacht?

Im Moment konzentriere ich mich nur auf mein nächstes großes Ziel, die Everest Nordwand. Wenn bei dieser Expedition alles gut läuft, lege ich meinen Focus auf den K2.
Es muss immer alles perfekt zusammenpassen, um gut rauf und vor allem wieder runter zu kommen.

Und danach: Es gibt weltweit noch so viele Ziele, die Ralf und mich reizen … zum Beispiel eine Expedition zum Südpol, die vielen noch unbestiegenen Sechs- oder Siebentausender, oder auch noch einmal zum Nanga Parbat auf einer anderen Route…..

Liebe Gerlinde, wir danken für das Gespräch und drücken die Daumen für die Everest Nordwand.

Weitere Informationen:

K2 2009, Zum Teil Blankeis mit dünner Schneeauflage, Foto: D.Göttler

K2 - 2009 - Zum Teil Blankeis mit dünner Schneeauflage - Foto: David Göttler

Vancouver und Whistler Mountain

Vancouver

ist nicht nur die wärmste, sie gilt auch als die schönste Stadt Kanadas. Außerdem ist Vancouver der ideale Ausgangspunkt für eine Reise durch die kanadische Provinz British Columbia, die nicht nur den Naturfreunden, sondern auch den Sportbegeisterten jede Menge zu bieten hat.

Als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010 ist Vancouver in aller Munde. Mit dem Flugzeug ist die Stadt aus Deutschland inzwischen sogar Non-Stop erreichbar. Reisende aus der Bundesrepublik benötigen einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig sein muss. Die Flugzeit beträgt je nach Airline und Zwischenstopps zwischen 11 und 13 Stunden. Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und British Columbia liegt bei neun Stunden, sodass bei der Ankunft durchaus mit Jetlag zu rechnen ist.

Die Unterbringungsmöglichkeiten in Vancouver sind vielfältig. Wer gern mitten drin ist, sollte eines der beliebten City-Hotels wählen. Der Komfort und die Ausstattung sind durchweg gut und die Preise liegen bei 80 bis 100 kanadische Dollar pro Nacht und Zimmer.

Vancouver gilt aufgrund der Nähe zum Pazifik als regenreiche Stadt. Im Hochsommer, also in den Monaten Juni bis August ist mit den geringsten Niederschlägen zu rechnen. Aber auch im Regen verliert diese Stadt nichts von ihrem Reiz. Viele der berühmten Einkaufsstraßen führen unterirdisch durch die Stadt und so hat man auch bei schlechtem Wetter immer eine Alternative. In der historischen Altstadt von Vancouver – Gastown – steht eine dampfbetriebene Uhr, die von den Hoesch-Werken in Deutschland hergestellt wurde. „Meet me under the clock“ ist deshalb ein Satz, der hier sehr häufig zu hören ist, denn die Dampfuhr gilt als der beliebteste Treffpunkt sowohl bei den Einwohnern als auch bei den Touristen. Kulinarisch hat Vancouver alles zu bieten, was das Gourmet-Herz sich wünscht. Ein Geheimtipp in Gastown ist das Brothers Restaurant. Tagsüber gibt es hier das Angebot „Steak and Lobster“. Die Kellner tragen Mönchskutten und servieren ein gutes Steak und einen halben Hummer zu einem Sonderpreis. Wer in Gastown ist und nicht bei den Brothers war, hat Gastown nicht erlebt.

Weitere Highlights der Stadt sind das Vancouver Aquarium und der Capilano Park. Im Capilano Park befindet sich eine 145 Meter breite Holzhängebrücke, die über eine tiefe Schlucht führt. Ein Totempark und viele Aufführungen der hier beheimateten Indianerstämme geben einen wunderbaren Einblick in die Kultur der First Nations, wie die Indianer hier genannt werden.

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Whistler Ski Resort

Für Sportbegeisterte hat die Stadt eines der abwechslungsreichsten Programme zu bieten. Mit dem nahegelegenen Skigebiet Grouse Mountain und Mount Cyprus ist hier Wintersport in unmittelbarer Nähe der Großstadt möglich. Der Ausblick vom Mount Cyprus auf den Pazifik und Skyline von Vancouver sind atemberaubend. Skifahren ist hier bis in den Frühsommer hinein möglich, sodass man durchaus am Vormittag am Strand von Vancouver surfen kann, um dann nachmittags die Ski anzuschnallen und eine der vielen, landschaftlich wunderschönen Abfahrtstrecken der Hausberge von Vancouver hinunterzugleiten.
Im Gebiet der Cyprus Mountains liegen die Skicross- und Snowboardstrecken der Winterolympiade. Hier können sich außerhalb der Wettbewerbe, also nach Ende der Olympiade und wenn keine Weltcups stattfinden, auch Wintersportbegeisterte tummeln.

Whistler

Nur ca. 140 km von Vancouver entfernt liegt der Ort Whistler. Hier werden die alpinen Skiwettbewerbe der Winterolympiade 2010 ausgetragen. Die Anforderungen der Pisten sind unterschiedlich. Auch Anfänger haben durchaus die Möglichkeit, hier ihre ersten Pistenerfahrungen zu sammeln. Die Weltcup- und Olympiastrecken sind allerdings nur für die wahren Könner geeignet. Das Skigebiet von Whistler ist eines der bekanntesten Wintersportgebiete Kanadas. Whistler ist vom 125 km entfernten Vancouver auch per Zug zu erreichen.

Ein Geheimtipp in Whistler im Winter ist ganz sicher das Heliskiing. Dabei wird der Skifahrer mit einem Helikopter in einsamen Gipfellagen abgesetzt, um sich dann durch den Tiefschnee und unberührte Natur den Weg ins Tal zu bahnen. In Whistler wird Heliskiing als geführte Tour angeboten und es ist auf jeden Fall zu empfehlen, ein solches Abenteuer nicht ohne einen erfahrenen Führer in Angriff zu nehmen. Die Abfahrten durch den Tiefschnee sind sowohl für Ski- als auch für Snowboard-Fahrer geeignet, wie der Film während der Eröffnungsfeier der Winterolympiade eindrucksvoll gezeigt hat.

Im Sommer wird in Whistler einer der größten Fahrradparks betrieben. Die Abfahrtsstrecken der Skifahrer im Winter sind eine absolute Herausforderung für die Mountainbiker im Sommer. Der Fahrradpark ist in den Sommermonaten von Mitte Mai bis Anfang Oktober geöffnet. Wer einen Blick auf die Karte des Bike Park von Whistler wirft, erkennt sofort, dass er hier eine Radsportmöglichkeit der Superlative vor sich hat. Die Strecken sind sauber unterteilt in Touren für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Profis. Es gibt zusätzliche Einrichtungen wie zum Beispiel den Jump Park oder den drop off Park. Da es für Flugreisende nicht unbedingt komfortabel ist, das eigene Mountainbike mitzunehmen, stehen im Whistler Bike Park natürlich Leihgeräte für die unterschiedlichsten Anforderungen zur Verfügung. Mountainbiking in Whistler gehört zu den unglaublichsten Erlebnissen, die ein Outdoorsportler haben kann.

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Garibaldi Lake

Fazit:
Eine Reise nach Britsh Columbia hat neben der grandiosen Natur zwei absolute Highlights zu bieten, die sowohl im Sommer als auch im Winter das Herz eines jeden Outdoorsportlers höher schlagen lassen. Vancouver als Ausgangs- und Endpunkt der Reise vereint eine wunderschöne Stadt mit der nahezu höchsten Lebensqualität mit sportlichen Herausforderungen sowohl für den Sommer im Bereich Wasser- und Radsport als auch für den Wintersportler. Die Reise in das 125km entfernte Whistler beschert dem Wintersportler Schneesicherheit und wunderbar angelegte Pisten in unberührter Natur und dem Besucher im Sommer Mountainbikestrecken jeder Anforderung und die Möglichkeit zu wandern, zu angeln oder sich im Bergsteigen zu versuchen.

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Fotos: © istockphoto.com

Schneeschuhwandern – Auf den Spuren der Trapper

Schneeschuhwandern – was ist das?

Fast schwerelos geht es durch die winterlich verschneite Landschaft. Puderzuckrige Tannen säumen den selbst gewählten Weg durch den Schnee. Der Atem bildet kleine, weiße Wölkchen.

Schneeschuhwandern wird immer beliebter, nicht zuletzt, weil es sehr einfach zu erlernen ist. Manch einer behauptet sogar: wer laufen kann, kann auch Schneeschuhwandern! Auf großen Tellern an den Füßen überschreiten Schneeschuhwanderer verschneite Flächen, die so vergrößerte Auflagefläche verhindert ein Einsinken und macht den Winterspaziergang nahezu mühelos.

Entstehungsgeschichte

Wer die Schneeschuhe erfunden hat, lässt sich heute nicht mit Eindeutigkeit beantworten. Fest steht, dass die eingeborenen Stämme Nordamerikas bereits seit Jahrhunderten bespannte Holzteller unter ihren Füßen befestigten, um weite Strecken zu überwinden. Von den weißen Einwanderern übernommen, gewann das Schneeschuhwandern alias „Trappen“ bei den Jägern und Fallenstellern bald große Beliebtheit. In Europa waren es die Skandinavier, die etwa ab dem 19. Jahrhundert eine ursprüngliche Form der Schneeschuhe einsetzten.

Ausrüstungsberater

Heute gibt es sehr unterschiedliche Arten von Schneeschuhen. In erster Linie unterscheiden die Profis zwischen dem „Original“ bzw. „Classic“ (die sich von der Form her gleichen, jedoch in ersterem Fall aus einem Holz- und in letzterem aus einem Aluminiumrahmen bestehen) sowie den so genannten „Moderns“. Während Originals und Classic Schneeschuhe gut für Wanderungen in ebenen Flächen und Tiefschnee geeignet sind, sind die Moderns aufgrund ihrer kleineren Auflage Fläche und ihrer Spikes bzw. Steigzacken für alpines Gelände gedacht.

Wer mit dem Gedanken spielt, Schneeschuhe zu erwerben, sollte die zunächst die folgenden Kriterien beachten:

  1. Gewicht: Die Größe des Tellers richtet sich nach dem Gewicht des Trägers. Dabei muss man nicht nur sein eigenes Körpergewicht bedenken, sondern auch das der Winterkleidung und des Tourenrucksackes. Mit einem zu kleinen Schneeschuh versinkt man, mit einem zu großen Schneeschuh büßt man Beweglichkeit ein.
  2. Gelände: wie eingangs erwähnt, gibt es Schneeschuhe für flaches und Schuhe für alpines Gelände – doch auch dazwischen gibt es noch einige Abstufungen. Will ich mit meinem Schuh ausschließlich leicht wandern? Will ich ins Gebirge? Oder soll er beides können? Wer sich nicht sicher ist, kann zunächst die Schuhe verschiedener Hersteller leihen (es gibt immer wieder Testival-Angebote), und dann seine Entscheidung treffen.
  3. Bindung: Die Bindung sollte bequem zu bedienen sein, auch mit Handschuhen; sie sollte darüber hinaus sicheren Halt gewährleisten.

Schneeschuhwandern

Die schönsten Touren in Deutschland und Österreich

Zunächst gilt: Überall, wo Schnee liegt, kann man auch Schneeschuhwandern. Eine Auswahl an Touren zu treffen, ist daher nicht einfach, zumal sich viele Touren abseits geräumter Wege befinden. Deswegen gilt grundsätzlich: Setzt Euch mit der aktuellen Lawinengefahr und -schutzmaßnahmen, Wildtierruhezonen und Schutzgebieten auseinander! Gerade für Anfänger ist die Teilnahme an einer geführten Tour empfehlenswert, die Veranstalter haben diese Faktoren bei der Tourenplanung berücksichtigt und kennen die schönsten Ecken der Region.

Wer gern auf eigene Faust losziehen möchte, kann das auf so genannten markierten Schneeschuhtrails. Hier eine Auswahl der schönsten für Einsteiger und fortgeschrittene Trapper:

1. Schneeschuhtrail „Feldberg klein“

Schneeschuhwandern Schwarzwald: Diese einfache Tour im Schwarzwald ist ideal für die ersten Schritte auf Schneeschuhen. Wer höher hinaus will, kann – vom gleichen Startpunkt aus – zum Gipfel des Feldberges wandern (1.493 m, ca. 3,5 Stunden). Die gut ausgeschilderte „kleine“ Runde beginnt hinter dem Haus der Natur und führt hinauf zum Seebuck-Gipfel. Hier zweigt der Trail nach Süden ab und führt vorbei am „Feldbergturm“ den Südhang hinunter zum Panoramaweg. Über diesen kommt man dann wieder zurück zum Haus der Natur.

Start/Ziel: Haus der Natur, Feldberg
Höhenmeter: 170
Dauer: 1 ½ Stunden
Distanz: ca. 1,5 km
Weitere Infos / Karte: hochschwarzwald.de/Entdecken/Winter2/Schneeschuhlaufen/ Schneeschuhtrails

2. Schneeschuhtrail „Balderschwanger Tal“ (Allgäu)

Schneeschuhwandern Allgäu: Im Balderschwanger Tal bietet sich für Winterwanderer eine sehr schöne und wenn gewünscht auch anspruchsvolle Tagestour an. Die Strecke beginnt im Ortszentrum und führt oberhalb des Lappach entlang des Südhanges ins Tal hinein. Im Tal befinden sich drei Hütten, die während des Winters zumeist geöffnet sind. Bis zur Bodenseehütte (1153 m) ist es ca. 1 Stunde. Nach weiteren 20 Minuten ist die Fuchshütte erreicht (1320 m). Hier kann man umkehren oder, bei guter Kondition, noch weiter bis zur letzten Einkehr, der Burgelhütte, wandern.

Start/Ziel: Balderschwang (Ortszentrum)
Dauer (gesamte Tour): 4 bis 5 Stunden
Höhenmeter: 450
Weitere Infos / Karte: balderschwang.de/winter/schneeschuhwandern/

3. Die „Schneeroaf-Roas“ im Salzburger Land (Rauris)

Schneeschuhwandern Salzburger Land: Die ausgeschilderte Schneeschuhtour im Talschlusskessel Kolm Saigurn bietet unnachahmliche Blicke auf die Gipfel der Dreitausender der Goldberggruppe. Am Parkplatz Bodenhaus (Nr. 65) südlich der Straße folgen, bei der Brücke rechts ab entlang der Hüttwinklache (ca. 300 m). Links über den Steg und der Straße bis zum Jagahäusl folgen. Hier beginnt der Knappenwanderweg. Durch den Wald geht es zur Rastmulde, dann links und über die Straße zum alten Kolmweg. Nun dem Trockenbach folgen und durch den Hochwald zum Talschluss Kolm Saigurn.

Dort kann man sich nach einer Stärkung bei einem der beiden Hüttenwirte, im Ammererhof oder im Naturfreundehaus, eine Rodel ausleihen und den Tag nach einer lustigen Rodelpartie, mit einem Abschlusstrunk im Alpengasthof Bodenhaus beenden.

Start/Ziel: Parkplatz Bodenhaus
Höhenmeter: 370
Dauer (aufwärts): ca. 3 Std
Distanz: 8 km
Weitere Infos: raurisertal.at

Schneeschuhwandern

Weitere Informationen für Schneeschuhwanderer

Deutschland:

Im Süddeutschen Raum gibt es unzählige Möglichkeiten, dem alpinen Schneeschuhwandern – auch auf leichten Touren – nachzugehen. Die wohl umfangreichste Sammlung hierzu findet sich auf www.roberge.de. Das Tourenportal orientiert sich dabei erfreulicherweise an den Umweltschutz-Richtlinien des DAV: „Naturverträgliches Skibergsteigen“.

Österreich:

In Österreich gibt es ein Tourenportal, in dem man gezielt nach Schneeschuhtrails suchen kann (115 sind derzeit verzeichnet): www.alpintouren.com. Alternativ kann man hier nach Region suchen oder sich die Touren auf Google Maps anzeigen lassen.

Schweiz:

Am weitesten sind jedoch die Schweizer: auf www.globaltrail.net sind Schneeschuhtrails in der gesamten Schweiz verzeichnet. Hierzu wählt man einfach einen Kanton auf der Schweizkarte und erhält einen Überblick über alle im Kanton verzeichneten Trails, inklusive Name, Länge, Dauer, Schwierigkeit und dem aktuellen Zustand des Trails. Zu jedem einzelnen Trail sind zudem eine Wegbeschreibung und Bilder hinterlegt.

Noch mehr wissen? Kein Problem:

Richtiges Verhalten beim Schneeschuhwandern, Broschüre des Bayerischen Landesamtes für Umwelt: http://www.lfu.bayern.de/umweltwissen/doc/uw_91_natursport_schneeschuhwandern.pdf#

Literatur: Schneeschuhwandern (Amazon Partnerlink)

Ausrüstung: Schneeschuhe (Amazon Partnerlink)

Fotos: Tourismusverband Rauris

Interview mit Fotograf Hermann Erber

Hermann, Dein spektakuläres Foto von Albert Leichtfried und Markus Bendler neben einem kollabierenden Eisfall in Japan ging um die Welt. Wie war die Situation für Dich, was ging Dir in diesem Moment durch den Kopf?
In so einem Moment bleibt keine Zeit zum Denken, da alles so schnell geht. Durch die Entfernung verzögert sich auch das Donnern. Es wirkte daher eher surreal. Erst wenn alles vorbei ist, registriert man was passiert ist bzw. was passieren hätte können – und dann kommt der Adrenalinschub.

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Wie wird man Outdoor-Fotograf? War das schon immer Dein Wunsch?
Kamera mitnehmen und sich von ihr leiten lassen ist wohl das Beste, was man tun kann. Mein Wunsch? Nein, war es nicht, ich habe einfach das gemacht, was mir gefallen hat und das war eben draußen sein, Klettern und Bergsteigen.Weiterlesen

Provence – Côte d’Azur – Wanderurlaub

Reiseerzählung Wander- und Erholungsurlaub Provence vom 01.07. – 17. 07.09

Was man erleben kann, wenn man bewusst nur den groben Rahmen einer Reise plant, möchte ich hier loswerden. Die Tage vom 01.07. – 17. 07.09 waren wohl die für mich ereignisreichsten in meinem bisherigen Urlauberleben. Ich hatte mir extra für diese Reise Hanwag-Wander-Schuhe, Kategorie A/B, für 160 € gekauft. Ich kann im Nachhinein sagen, dass es sich gelohnt hat, etwas mehr auszugeben, als zu Beginn veranschlagt. Denn nach dem Einlaufen, das waren bei mir 25 km, passten diese wie angegossen. Beim Anprobieren ist dies (noch) nicht zu erwarten, aber ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Das sollte man auch beim Kauf haben. Weiter waren die vielerorts bekannten „Falke-17-Euro-Cooling-Effekt-Socken“ mit von der Partie, die ich tatsächlich bei so mancher Hitze als kühlend empfand und die auch einer möglichen Blasenbildung entgegenstanden. Hirschtalk als Einreibung für die Füsse durfte nicht fehlen und ein „Transpirations-T-Shirt“ für 40 € von Patagonia erwies mir auch gute Dienste. Ein Poncho, den ich außer zum Schlafen nie brauchte (dazu später mehr) und natürlich der obligatorische Schlafsack, wenn man im Freien zu übernachten gedenkt, waren mein Inventar. Bei dem warmen Wetter reichte ein Unterziehrolli, da wir ja so wenig Masse wie möglich mitschleppen wollten. Was das Essen betrifft waren Gaskocher, Feuerzeug (!), Trockenfrüchte, Haltbares wie Nudeln, Reis usw. essentiell. Ganz wichtig sind auch Gewürze, deren Unverzichtbarkeit ich in der freien Natur erst würdigen lernte (danke Tommy). Am wichtigsten ist Wasser. Dafür hatte Tommy einen 5-Liter-Wassersack bei sich. Ich kam mit meinen Flaschen auf 3 Liter Volumen. Handys, Uhren und andere unwichtige Geräte ließen wir daheim bzw. aus.

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