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Trekking Reisen Nepal und Tibet

Nepal und Tibet zählen zu den abenteuerlichsten, aber auch faszinierendsten Reisezielen der Welt. Nepal ist als Binnenstaat im südlichen Asien vor allem für seine tollen Gebirgsregionen an den Grenzen zu Indien und China bekannt. In Tibet hingegen kann man neben dem Himalaja auch die Hochgebirge Kunlun Shan, Qilian Shan entdecken. Beide Reiseziele eignen sich aufgrund der gebirgslandschaftlichen Reize wunderbar für einen Trekkingurlaub.

Nepal

In Nepal sollte man es sich im Rahmen einer Trekking Reise nicht nehmen lassen, das Kathmandu-Tal zu besuchen. Dieses paradiesische Stückchen Natur erstreckt sich nahe der gleichnamigen Hauptstadt von Nepal, und eignet sich somit wunderbar auch für einen Kultururlaub. Auf den je nach Wahl geführten Touren durch das Tal kommt man an Gipfeln, die bis zu 3.000 Meter in die Höhe ragen vorbei, kann Höhlen erklimmen und schmucke Bergdörfer kennen lernen, deren Einwohner überwiegend von der Landwirtschaft leben.

In Kathmandu selbst locken nach einer anstrengenden Tour zahlreiche Attraktionen, die zum Entspannen einladen. Besonders beliebt sind Swoyambhunath, Pashupatinath und Boudhanath. Auch eignet sich die Region ausgesprochen gut, um die anderen beiden Königsstädte, die ebenfalls im Kathmandu-Tal vorzufinden sind, kennen zu lernen. Wie die Hauptstadt von Nepal zählen auch Patan und Bhaktapur bereits seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Weitere Highlights eines solchen Trekkingurlaubes sind ein Abstecher in die Newari-Dörfer Khokana und Bungamati, eine Überlandfahrt von Kathmandu nach Pokhara sowie ein Panoramarundflug von Pokhara zurück in die Metropole.


Tibet

Mount Everest Base Camp | © Jason Maeh - istockphoto.com

Auch Tibet bietet so einiges, was die Urlauber einer Trekkingreise die Herzen öffnen lässt. Das von China noch immer nicht vollständig anerkannte Land, das sich heute auf vergleichsweise kleine 1,5 Millionen km² erstreckt, lockt ähnlich wie Nepal mit unglaublich facettenreichen Landstrichen. Im Rahmen einer solchen Reise in das asiatische Land sollte man es sich nicht nehmen lassen, die Nordostseite des Everest und Makalu kennen zu lernen. Begeistert sein wird man im Rahmen von geführten Trekkingtouren vor allem wegen der beinahe alpinen, und für Tibet gar nicht üblichen üppigen Natur.

In Tibet sehr sehenswert im Rahmen eines Trekkingurlaubes ist zudem ein Abstecher in das Kloster Rongbuk, von wo aus man einen atemberaubend schönen Blick auf die Everest-Nordwand hat. Die Trekkingtouren führen in der Regel in Yaks vom nimmergrünen Arun-Tal bis in die Eisregionen des einst riesigen Landes. Als Vorbereitung dazu bietet es sich auch an, an den Akklimatisationsprogrammen in den Städten Shigatse und Gyantse teilzunehmen, um aufgrund von Erschöpfungserscheinungen einen frühzeitigen Urlaubsabbruch zu vermeiden. In Shigatse sollte man unbedingt auch das unmittelbar an die Volksrepublik China grenzende Regierungsviertel besuchen, in dem schon zahlreiche Male Geschichte geschrieben wurde.

Bildnachweis: Mount Everest Base Camp | © Jason Maeh – istockphoto.com

Interview mit Gerlinde Kaltenbrunner

Gerlinde spricht über den Everest und ihre nächsten Ziele und verrät, was Bergsteigen mit dem Leben zu tun hat

Liebe Gerlinde, wie wird man „Bergsteigerin“? War das ein Kindheitstraum?

Mein Kindheitstraum war es nicht. In den Bergen war ich aber schon sehr bald unterwegs.
Nach meiner ersten Achttausenderexpedition haben mich mitunter die ganz hohen Berge nicht mehr los gelassen. 2002 nach der Besteigung des Manaslu habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt, irgendwann Profibergsteigerin werden zu wollen.

Du hast 12 von 14 8.000ern bestiegen, darüber hinaus viele andere schwierige Routen erklettert. Was zieht Dich immer wieder hinauf, trotz Gefahren?

Bergsteigen ist meine ganz große Leidenschaft. Die Begeisterung für die Berge habe ich schon von Klein auf in mir und wurde im Laufe der Jahre immer stärker…
Das eine sind die großen Strapazen, die Gefahr, die Entbehrungen. Gegenüber stehen jedoch so unglaublich schöne, intensive Momente, aus denen ich sehr viel Kraft schöpfe. Diese Momente sind es, die ich in mir trage und die mich immer wieder zu den hohen Bergen zurückziehen.

Gab es Zeiten in deiner Bergsteiger-Karriere, in denen Du am liebsten alles hingeschmissen hättest?

Nein, nie.

Welcher Gipfel ist Dein nächstes Ziel und wann geht es los?

Mein Mann Ralf und ich starten am 30. März nach Kathmandu. Anschließend geht es über die chinesische Grenze nach Xangmu und von dort zur Nordseite des Everest.
Das Supercouloir, welches sich aus dem Japaner und Hornbein Couloir in der Nordwand zusammen setzt ist eine wunderschöne direkte Linie bis zum Gipfel. 2005 wollten wir diese Route bereits versuchen, damals hatten die Verhältnisse gar nicht gepasst. Heuer probieren wir es erneut und hoffen natürlich, dass es klappen wird.

Everest Nordwand mit Routenverlauf, Foto: Ralf Dujmovits - amical.de

Everest Nordwand mit Routenverlauf - Foto: Ralf Dujmovits - amical.de

Was hat Dich das Bergsteigen über das Leben gelehrt? Mit anderen Worten: welche Erkenntnisse oder Stärken erwirbt man dabei, die man auch im „normalen Leben“ anwenden kann?

Durchhaltevermögen, Geduld, Disziplin, Willensstärke, Entscheidungsfähigkeit, gutes Einschätzungsvermögen bei sich selbst, den Teamkollegen und der Umstände am Berg, Grenzen erkennen… eine ganze Menge also!

Was unterscheidet einen weiblichen Bergsteiger von einem männlichen?

Aus eigener Erfahrung hören Frauen mehr auf ihren Körper, gehen oft sensibler mit Warnsignalen um und entscheiden dadurch oft anders.

Bergsteigen ist traditionell ein klassischer „Männersport“. Findest Du es manchmal schwer, von Deinen männlichen Kollegen akzeptiert zu werden?

Lange war das kein Thema für mich. Im Rückblick kann man schon sagen, dass ich lange Zeit nicht wahrgenommen wurde. Am Nanga Parbat hatte eine kasachische Gruppe ein Problem damit, dass ich eine Frau bin. Ich wollte mithelfen beim Spuren, doch die Kasachen akzeptierten das nicht. Da bin ich einfach aus der Spur getreten, habe mich vor den Kasachen wieder eingereiht und habe dann die Spur getreten.
Heute werde ich voll akzeptiert.

Was tust Du in Deiner Freizeit am liebsten?

Ich lese sehr gerne, wir gehen öfter ins Kabarett oder in ein Konzert ins nahe gelegene Festspielhaus Baden-Baden…..

2009 - Beim Anmarsch zum Lhotse - Foto: David Göttler

2009 - Beim Anmarsch zum Lhotse - Foto: David Göttler

Gerlinde, Du engagierst Dich stark für die Nepalhilfe. Was braucht Nepal am dringendsten und wie können wir Europäer das Land unterstützen?

In Form von Bildung können wir dem Land sehr viel geben. Schon seit langer Zeit arbeiten mein Mann Ralf Dujmovits und ich mit der Nepalhilfe Beilngries zusammen. Zum Beispiel unterstützen wir den Bau von Schulen. Zusammen mit der Nepalhilfe konnten wir so letztes Jahr im Mai eine große Schule in Thulosirobari eröffnen, einem kleinen Dorf etwa 3-4 Autostunden nordöstlich von Kathmandu entfernt.

Was kommt nach den ganzen 8.000ern? Hast Du Dir darüber schon Gedanken gemacht?

Im Moment konzentriere ich mich nur auf mein nächstes großes Ziel, die Everest Nordwand. Wenn bei dieser Expedition alles gut läuft, lege ich meinen Focus auf den K2.
Es muss immer alles perfekt zusammenpassen, um gut rauf und vor allem wieder runter zu kommen.

Und danach: Es gibt weltweit noch so viele Ziele, die Ralf und mich reizen … zum Beispiel eine Expedition zum Südpol, die vielen noch unbestiegenen Sechs- oder Siebentausender, oder auch noch einmal zum Nanga Parbat auf einer anderen Route…..

Liebe Gerlinde, wir danken für das Gespräch und drücken die Daumen für die Everest Nordwand.

Weitere Informationen:

K2 2009, Zum Teil Blankeis mit dünner Schneeauflage, Foto: D.Göttler

K2 - 2009 - Zum Teil Blankeis mit dünner Schneeauflage - Foto: David Göttler